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Impuls zum 5. Februar: Ihr seid das Salz der Erde! Ihr seid das Licht der Welt

Evangelium (MK 5,13-16)

Liebe Freunde,

nein, wir befinden uns heute nicht in einer der unzähligen Kochsendungen und ergötzen uns darüber, wer das bessere Essen kredenzen kann.

Heute geht es im Evangelium um den zentralen Begriff:

Salz

Wir befinden uns aktuell in einer sehr „geschmacklosen“ Gesellschaft oder ist es nicht so. Arbeitskräftemangel, weil Arbeit wohl nicht mehr so wichtig zu sein scheint. Werteverschiebungen, weil es doch überhaupt keine Rolle mehr spielt, sich an Werte zu halten. Die Bedeutung eines Menschen, die Würde eines Menschen, diese Tatsachen stehen nicht mehr an erster Stelle, wie in unserem Grundgesetz festgelegt, sondern liegen weit abgeschlagen hinter Erfolg, Macht, Gier, Egoismus, Egozentrik, Selbstverwirklichung, Herabstufung des Nächsten, Gewalt, Krieg.

„America first!“ „Amerika zuerst!“ Diesen Ausspruch prägt Expräsident Trump bis heute noch. Aber nicht nur dieser Präsident, sondern alle Menschen. Und so könnte man diese Aussage umbenennen in: „I´m first!“ „Ich zuerst!“

Zuerst komm ich an die Reihe.

Ich möchte…Ich will…Ich bin… Mir steht zu, dass….Ich habe das Recht auf….Ich benötige….

Ich, ich, ich…

Kommen wir nun aber wieder zurück zum Evangelium:

„Ihr seid das Salz der Erde!“ Ganz richtig, da geht es tatsächlich um jeden Einzelnen von uns. Jeder von uns ist wichtig; ist wertvoll.

Salz ist ein lebensnotweniger Stoff: Gewürz, Geschmacksträger, Konservierungsmittel für Lebensmittel; bricht das Eis im Winter und ist schließlich ein wichtiges Mineral für unseren Körper.

Und wenn Jesus sich solcher Metaphern bediente, dann hatte das auch seinen Sinn und Grund.

Jesus sieht in uns Menschen ein Stück Salz. Zu wenig davon bringt nichts und zu viel auch nichts. Gerade wenn man eine Suppe einmal so richtig versalzen hat weiß man, wie furchtbar diese schmeckt.

Die richtige Dosis ist also wichtig.

Im jüdischen Glauben geht man sogar noch weiter.

Das Salz ist die Thora, die „Weisung“.

Jene Thora aber wirkt nur durch Menschen, denen sie „ins Herz geschrieben“ ist.

Nur Menschen können die Welt verändern. Vorschriften und Forderungen verbessern nichts. Denn es geht um das, was Jesus den Menschen als neue Lebensmöglichkeit zuspricht und zuweist: „daß wir, seine Liebe sind, das Saltz.“

Es geht um die Kreativität der Liebe, die dem Leben dient. Jeder einzelne von uns Menschen ist das, was mit Kreativität, Veränderung, Verlebendigung zu tun hat. Auch Salz als Konservierungsmittel dient dem Leben.

Mehr noch: Wir dürfen wie das Salz sein, konservieren, bewahren, erhalten…

Es geht um die Kreativität unserer Liebe, die Leben schafft. Das wird
deutlich am Licht: Licht – das erste Werk der Schöpfung, der Zeit
und dem Raum voraus, Energie, Dynamik, Kreativität.

Die Kreativität der Liebe also will Jesus wecken – in uns, unter uns, durch uns.

An unserer Kreativität soll Gottes Kreativität, mit der sich Gott von Beginn an gleichsam in die Welt hineingibt, erkannt werden: „damit die Leute eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.“

Und mit der richtigen Dosis „Salz“ kann jeder von uns Menschen den Glauben geschmackvoll gestalten und so wird aus dem „faden“ und „geschmacklosen“ Glauben/Kirche-Gemisch mit einem mal wieder ein wahres Genusserlebnis Glauben, Genusserlebnis Kirche, Genusserlebnis Gemeinschaft und Genusserlebnis Hoffnung.

Probiert dieses Rezept einfach einmal aus und beobachtet, wem es schmecken könnte.

Ich wünsche euch allen eine geschmacksorientierte, kulinarische und erlebnisreiche Woche. Möge Gott uns alle stets begleiten!

 Diakon Johannes Hilser, Kurat St. Franziskus

Freundschaften

In der Bibel heißt es: „Gott ist Liebe.“ Auf Latein: „Deus amicia est.“ Die katholische Tradition, in der wir stehen, ist die Liebe. Aber Liebe ist nicht außer uns, sondern Gott ist selbst die Liebe, die er in sich uns offenbarte. In der scholastischen Tradition heißt das: „Gott braucht uns Menschen, um sich selbst in seiner Schöpfungskraft zu erkennen.“ Das bedeutet, wenn Gott uns sieht, dann sieht er die Liebe ist selbst ein nicht zu zerreißendes Band, was ihn in seiner Trinität zusammen hält.

In Freikirchlicher Tradition heißt es: „Gott hat die Welt, so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn zu sandte, damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben erhalten.“ (Joh, 3:16)

So ist es, wenn wir in einer Beziehung zu unserem Nächsten in einer Partnerschaft stehen. Wenn die Partnerschaft Erfüllungsgehilfe für Freundschaft spielen muss, dann ist die Partnerschaft keine Wirkliche. Ich habe einmal in einem Seminar gelernt, dass jede Frau und Mann einen guten Freund braucht. Woraus leitet sich das ab?

Früher in den Stammeskulturen war es doch das Kollektiv, dass über das Wohlergehen des Stammes gewacht hat. Wieso braucht es dann eine Beziehung zu einem Menschen außerhalb einer Partnerschaft?
Es lässt sich daraus erklären, weil der Stamm immer nur ein Zweck verfolgt hat, nämlich Nahrung zu sammeln und sich vor Gefahren zu schützen. Dagegen sind wir heute zum Glück diesen Gefahren weitestgehend enthoben. Die Ehe ist der Ausfluss der offenbarten Liebe Gottes in Jesus zu uns. Deswegen heißt es im Korintherbrief. Ihr Männer achtet auf eure Frauen und ihr Frauen wertschätzt eure Männer. Denn da sich Gott in Geschichte offenbart, stehen wir immer noch in Zeit und Raum. Durch die fein teilige Wirtschaft, das Unterwerfen unter der Gewinnmaximierung konnte sich eine Gesellschaft erst entwickeln. Hierin stehen wir eben auch mit Freundschaft. Es heißt, eine Freundschaft vergibt alles. Ist das aber wirklich so?

In der Bibel steht nur Gott kann vergeben. Wenn wir etwas bereuen, dann schenkt uns Gott Vergebung. Das ist ein großes Geschenk. In der Ehe ist es ebenfalls ein solches. Wenn der eine sagt, zum anderen: „Lass uns wieder gut miteinander sein.“ Dann wird der andere sagen: „Ich hatte viel zu viel verlangt, es braucht Taten.“ Dieses ist der Ausfluss der Amicita. Ich halte das Band aufrecht, weil ich weiß, der andere hat aufgrund seiner Vorerfahrung eine Erwartungshaltung zu mir aufgebaut.

Wie das weltliche gibt es auch ein geistiges Recht. Das himmlische Gesetz bedeutet, Liebe hat seine Grenzen in der Eigenliebe. Jeder Geliebte kann nur geliebt werden, wenn er sich selbst zu 100 % annimmt. Das bedeutet auch in der Ehe braucht es Vergebung. Die Freundschaft braucht es Hingabe zu lernen.

Das Hingebungsvolle ist, wenn die Liebe verzehrt.

Freundschaft ist die Hilfe, wie der Spiritus das Feuer zur Stichflamme. Wann warst du das letzte Mal eine Stichflamme?

Diakon Tobias Fank

Kurat Diakon Tobias Wilhelm Fank
fank@ckk-mission.com
01765 5722283

Impuls, 22.01.2023

Wer kennt Sie nicht die Geschichten von Jesus Wundertaten? Jesus brachte Lahme zum Gehen, Blinde zum Sehen und ja, um Letzteres soll es in dem Impuls aus Johannes 9 gehen. Und das mit dem Sehen hat es so in sich.

Ich denke mir oftmals bei den Wundergeschichten, worauf Jesus Bezug nimmt. Mir ist wieder einmal so wirklich bewusst geworden, wie Jesus heilt und was er eigentlich meint.

Jesus steht im Spannungsfeld der Umwelt des Neuen Testaments. Es war eine Gesellschaft, die zum größten Teil aus unterschiedlichen religiösen, gesellschaftlichen Gruppierungen bestand. Gleichberechtigung war noch nicht ein Schlagwort und soziale Fürsorge gab es schon längst nicht und da waren ja auch noch die allerseits verhassten Römer.

Das Wunder Wirken Jesus und sein Zeugnis als Gottessohn muss somit im Scheinwerferlicht gestanden haben. Denn wenn einer nicht in das Bild der religiösen und zugleich gesellschaftlichen Oberschicht passte, war Sünder und wurde sozial geächtet.
Kaum vorzustellen, wie heute das Wirken Jesus sich dahin gegen in der sogenannten 1-Welt in Spitälern, in sozialen Einrichtungen zeigen und entgegengesetzt im größeren Teil der 3-Welt sich offenbaren würde.

Damals jedenfalls war es für Jesus ein heikles Unterfangen, einen Blinden sehend zu machen und dass noch am Sabbat. Die Pharisäer standen schon auf dem Plan: „Warum machst du einen Blinden sehend, wohlwissend seiner Sünde und damit Unberührtheit, und dann noch am Sabbat?“
Jesus: „Nicht die Kranken bedürfen einen Arzt, sondern die Gesunden.“

Wiederum die religiöse Oberschicht: „Sag uns, mit welcher Vollmacht tust du das hier alles?“
Jesus: „Mit der Vollmacht des Vaters, der mich gesandt. Wenn ihr ihn kennen würdet, würdet ihr sehen, mit welcher Vollmacht ich das hier tue.“

Ich habe euch schon versprochen, dass es um das Sehen geht. Jesus weiß darum, dass es nicht die Sünde ist, nicht zu sehen, sondern das Sehen aber dafür im Herzen blind zu sein. Die Blindheit des Herzens ist eine große Sünde. Denn nicht unser Auge gibt uns Anstoß zur Sünde, sondern unser Herz. Ihr kennt das ja alles. Nicht das, was in den Menschen hineinkommt, ist Sünde, sondern jedes falsche Wort, falscher Gedanke und Tat.

Unser Herz ist ein großes Vermächtnis Gottes in uns. Bernhard von Clairvaux sagte: „Den Garten des Paradieses betritt man nicht mit den Füßen, sondern mit dem Herzen.”

Folglich antwortet Jesus am Ende der Geschichte sehr eindeutig auf die Frage der Pharisäer, die meines Erachtens auch sehr kindlich formuliert ist, ob sie denn Blinde seien.

„Wenn ihr Blind wärt, so hättet ihr keine Sünde, weil ihr aber sagt: Wir sind sehend, bleibt ihr in euren Sünden.“

Geschwister im Glauben für mich ist dies nach den Worten unseres Erlösers Jesus Christus klar zu erkennen: „UNSERE Augen müssen blind sein für die Schönheiten dieser Welt, UNSER Herz muss offen sein für die Gotteserkenntnis, für das Mitgefühl gegenüber UNSEREM Nächsten.“ Amen.

– Diakon Tobias Fank