Voraussetzungen für die Sakramentengemeinschaft

Sucht eine katholische Jurisdiktion Gemeinschaft mit der Christ-Katholischen Kirche, muss sie im Einklang sein mit und ihre Treue bekennen zu:

der authentischen Lehre, wie sie von den Aposteln gemäß der Heiligen Schrift und der heiligen Tradition überliefert wurde,

einer gemeinsamen Feier des heiligen Messopfers als Re-Präsentation des Opfers von Golgatha, in der unser Herr und Heiland Jesus Christus wahrhaft und substantiell in der heiligen Eucharistie gegenwärtig ist,

dem Nachweis einer identifizierbaren, gültigen und legalen apostolischen Sukzession.

Eine katholische Jurisdiktion, die Gemeinschaft mit der Christ-Katholischen Kirche sucht, muss ein gültiges und legales Bischofsamt (Episkopat) nachweisen. Ein gültiges Bischofsamt ist eines, das seine Sukzession auf eine der katholischen Kirchen entweder des Ostens oder des Westes zurückführen kann. Ein legales Bischofsamt ist eines, das auf einem von der entsprechenden Jurisdiktion akzeptierten Wahlverfahren beruht. Falls eine Jurisdiktion kein gültiges und legales Bischofsamt besitzt, muss sie die Einhaltung aller in diesem Dokument aufgeführten Anforderungen erklären, bevor eine Bischofsweihe in Betracht gezogen werden kann.

Eine um Gemeinschaft mit unserer Kirche nachsuchende katholische Jurisdiktion muss die sieben Sakramente, die Lehre, dass die Feier der heiligen Messe ein Opfer ist und die katholischen Prinzipien und Glaubenswahrheiten akzeptieren, wie sie zu finden sind in:

dem Apostolischen Glaubensbekenntnis

dem Glaubensbekenntnis von Nizäa – Konstantinopel

den Entscheidungen die ersten sieben Ökumenischen Konzile

Die Sakramentengemeinschaft (communio) basiert auf den drei folgenden Hauptpunkten:

Jede Kirche erkennt die Katholizität und Selbständigkeit der anderen an und bewahrt ihre eigene.

Jede Kirche verpflichtet sich, den Mitgliedern der anderen Kirche die Teilnahme an den Sakramenten zu erlauben.

Die Sakramentengemeinschaft erfordert von beiden Kirchen nicht die Akzeptanz aller Lehrmeinungen, sakramentaler Frömmigkeit oder liturgischen Praxis, die für die andere charakteristisch ist, sondern bedeutet, dass die jeweils andere alles Wesentliche des katholischen Glaubens festhält.

Es gilt Gleichheit unter den Bischöfen der Kirchen, die in voller Gemeinschaft stehen, da durch Christi Vorbild jede Kirche durch ihren Bischof geleitet wird. Es versteht sich, dass eine volle Gemeinschaft nur unter den Bischöfen, in denen die apostolische Sukzession der Kirche fortdauert, bestehen kann. Damit „Bischöfe in voller Gemeinschaft“ gemeinsam Anteil an der sakramentalen Natur der Kirche haben, muss eine bestimmte Beziehung oder Kollegialität unter ihnen bestehen.

Unsere Kirche versteht die Kollegialität der Bischöfe so, dass sie das Folgende beinhaltet:

Kein Bischof ohne Gemeinden, keine Gemeinden ohne Bischof. Der Begriff „Kollegialität“ wird verwendet, um die Beziehung zum Ausdruck zu bringen, in welcher die Bischöfe als Nachfolger der Apostel untereinanderstehen. Jeder Bischof lehrt, heiligt und führt in der Hirtenrolle – durch die Gnade des Heiligen Geistes.

Kirchen, die in eine Vereinbarung über die volle Gemeinschaft eintreten, erkennen an, dass unter einander Gleichheit gilt; überall ist die jeweilige Ortskirche das Organ, das alles für die Erlösung Notwendige bietet. In ihr werden die Geheimnisse der Erlösung verkündet und gefeiert; in ihr wird das Wort (Logos), Jesus Christus, wirklich in der Eucharistie gegenwärtig; in ihr wird der den Aposteln anvertraute Glaube weitergegeben. Also ist die jeweilige Ortskirche wahrlich Christi Kirche, die in der Welt gegenwärtig ist; sie ist nicht einfach ein Teil oder Stück von etwas Größerem.

Jeder Bischof hat teil an der Mission, die den Aposteln von unserem Herrn und Erlöser Jesus Christus anvertraut war. Dies ist wahre Amtsteilhabe, denn die Sendung der Kirche wurde nicht einem einzelnen Apostel, sondern allen Aposteln anvertraut.

Darum, wie die Apostel in Beziehung zueinander waren, besteht die gleiche Beziehung unter den Bischöfen der Kirche von heute. Nicht nur ist jeder Bischof Lehrer und Aufseher der ihm anvertrauten Kirche, sondern er trifft gemeinsam mit seinen bischöflichen Brüdern Entscheidungen und gibt den Glauben der ganzen Kirche weiter.

Dieser Text wurde im Jahre 2010 durch die Bischöfe der Polnisch-Katholischen Nationalkirche in Amerika verfasst und 2012 von der Christ-Katholischen Kirche in Deutschland übernommen und am 09.10.2020 vom Christ-Katholischen Missionsbistum in der folgenden abgeänderten Fassung übernommen.

 

Glaubensbekenntnis von Nizäa –Konstantinopel

Das Missionsbistum der Christ-Katholischen Kirche bekennt sich zum Glaubensbekenntnis von Nizäa –Konstantinopel in folgender Fassung.

Das Nizänum stammt aus dem Jahr 325 (Konzil in Nizäa). Der heute verwendete Text stimmt inhaltlich weitgehend mit der Fassung von 381 (Konzil von Konstantinopel) überein.

Die trinitätstheologische Formulierung „Spiritum Sanctum, Dominum et vivificantem, qui ex Patre Filioque procedit“ – „den Heiligen Geist, der Herr ist und lebendig macht, der aus dem Vater und dem Sohn hervorgeht“ gehören zu unserm Glauben und Ekklesiologie.

Wir glauben an den einen Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
der alles geschaffen hat,
Himmel und Erde,
die sichtbare und die unsichtbare Welt.

Und an den einen Herrn Jesus Christus,
Gottes eingeborenen Sohn,
aus dem Vater geboren vor aller Zeit:
Gott von Gott,
Licht vom Licht,
wahrer Gott vom wahren Gott,
gezeugt, nicht geschaffen,
eines Wesens mit dem Vater;
durch ihn ist alles geschaffen.
Für uns Menschen und zu unserm Heil ist er vom Himmel gekommen,
hat Fleisch angenommen durch den Heiligen Geist
von der Jungfrau Maria und ist Mensch geworden.
Er wurde für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus,
hat gelitten und ist begraben worden,
ist am dritten Tage auferstanden nach der Schrift
und aufgefahren in den Himmel.
Er sitzt zur Rechten des Vaters
und wird wiederkommen in Herrlichkeit,
zu richten die Lebenden und die Toten;
seiner Herrschaft wird kein Ende sein.

Wir glauben an den Heiligen Geist,
der Herr ist und lebendig macht,
der aus dem Vater und dem Sohn hervorgeht,
der mit dem Vater und dem Sohn angebetet und verherrlicht wird,
der gesprochen hat durch die Propheten,
und die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche.
Wir bekennen  die eine Taufe zur Vergebung der Sünden.
Wir erwarten die Auferstehung der Toten
und das Leben der kommenden Welt.

Amen.

Die Wirklichkeit der Kirche wird im Glaubensbekenntnis von Nizäa-Konstantinopel, das als einzig wirklich ökumenisches Glaubensbekenntnis gelten darf, umschrieben mit vier Adjektiven (den sog. notae ecclesia), die Aspekte ihres Wesens benennen. Sie ist die eine, heilige, katholische und apostolische.

Vgl. Prof. Dr. Urs von Arx, Bern –Einheit, Katholizität und Apostolizität der Kirche – IBK – Theologie.

Generalvikar Oliver van Meeren

07.10.2020