Johann Friedrich Schulte
Johann Friedrich Schulte
Johann Friedrich Schulte

Kirchenrecht im Missionsbistum

„Id teneamus, quod ubique, quod semper, quod ab omnibus creditum est; hoc est etenim vere proprieque catholicum.“

(Lasst uns an dem festhalten, was immer und überall von allen geglaubt worden ist, denn das ist wahrhaft und wirklich katholisch.)

Familie im Plane Gottes

Natur der Familie

2201 Die Ehegemeinschaft beruht auf dem Konsens der Gatten, ihrem gegenseitigen Einverständnis. Ehe und Familie sind auf das Wohl der Gatten sowie auf die Zeugung und Erziehung von Kindern hinge ordne [Vgl. Dtn 5,16.]. Die Liebe der Gatten und die Zeugung von Kindern lassen zwischen den Familienmitgliedern persönliche Beziehungen und grundlegende Verantwortung entstehen.

2202 Ein Mann und eine Frau, die miteinander verheiratet sind, bilden mit ihren Kindern eine Familie. Diese Gemeinschaft geht jeder Anerkennung durch die öffentliche Autorität voraus; sie ist ihr vorgegeben. Man muß sie als die normale Beziehungsgrundlage betrachten, von der aus die verschiedenen Verwandtschaftsformen zu würdigen sind.

2203 Indem Gott Mann und Frau erschuf, hat er die menschliche Familie gegründet und ihr die Grundverfassung gegeben. Ihre Glieder sind Personen gleicher Würde. Zum Gemeinwohl der Familienmitglieder und der Gesellschaft gibt es in der Familie verschiedene Verantwortungen, Rechte und Pflichten.

Christliche Familie

2204 Die christliche Familie ist eine spezifische Darstellung und Verwirklichung der kirchlichen Gemeinschaft. Sie kann und muß deshalb auch „Hauskirche“ genannt werden“ (FC 21) [Vgl. LG 11]. Sie ist eine Gemeinschaft des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe; wie im Neuen Testament angedeutet wird [Vgl. Eph 5,21-6,4; Kol 3,18-21; 1 Petr 3,1-7.], kommt ihr in der Kirche eine einzigartige Bedeutung zu.

2205 Die christliche Familie ist eine Gemeinschaft von Personen, ein Zeichen und Abbild der Gemeinschaft des Vaters und des Sohnes im Heiligen Geist. In der Zeugung und Erziehung von Kindern spiegelt sich das Schöpfungswerk des Vaters wider. Die Familie ist berufen, am Gebet und am Opfer Christi teilzunehmen. Das tägliche Gebet und die Lesung des Wortes Gottes stärken in ihr die Liebe. Die christliche Familie wirkt evangelisierend und missionarisch.

2206 Die Familienbeziehungen bewirken eine besondere gegenseitige Nähe der Gefühle, Neigungen und Interessen, vor allem, wenn ihre Mitglieder einander achten. Die Familie ist eine Gemeinschaft mit besonderen Vorzügen: sie ist berufen, „herzliche Seelengemeinschaft, gemeinsame Beratung der Gatten und sorgfältige Zusammenarbeit der Eltern bei der Erziehung der Kinder“ zu verwirklichen (GS 52,1).

Katechismus der Katholischen Kirche

Ehe und Familie sind die Keimzellen einer Gesellschaft: Gesellschaften sind darauf angewiesen, dass sich Männer und Frauen finden, um eine dauerhafte Partnerschaft einzugehen und den Wunsch nach Kindern zu verwirklichen. Dadurch erneuert sich die Gesellschaft, hier werden Werte weitergegeben und der Hauptteil der Erziehungsleistungen erbracht.

 

In Ehe und Familie hat außerdem vieles, was das menschliche Miteinander lebenswert macht, seinen angestammten Platz: körperliche Zärtlichkeit, gemeinsame Tischgespräche, Urlaube und andere Freizeitaktivitäten, aber auch die täglichen Notwendigkeiten von der Zubereitung von Mahlzeiten, dem gemeinsamen Durchleben von Schwierigkeiten und Krankheiten bis hin zu dem Verlust geliebter Menschen. Durch Familien werden solidaritätsstiftende Leistungen in beträchtlichem Maße erbracht. Sowohl die Erziehungs- als auch die Pflegeleistungen bilden wichtige Grundlagen für eine Solidarität zwischen den Generationen.

Nach Auffassung der katholischen Kirche ist die Ehe in Gottes Schöpfung grundgelegt. Gott hat den Menschen aus Liebe erschaffen und ihn zur Liebe befähigt. Die Ehepartner bejahen einander mit der Liebe, mit der sie sich selbst einander von Gott geliebt wissen. So wird die christliche Ehe zu einer Frucht des Glaubens an die Liebe Gottes. Die Liebe zwischen Mann und Frau, an die Gott den Fortbestand der Schöpfung geknüpft hat, ist durch ihre dauerhafte Zusage, ihre unverbrüchliche Treue und ihre Offenheit für die Weitergabe von Leben ein Sakrament. Das Sakrament der Ehe spenden sich die Partner gegenseitig vor Gott und vor menschlichen Zeugen. In Christus hat dieser Bund von Mann und Frau eine neue Würde bekommen, indem er zum Zeichen des unauflöslichen Bundes Christi mit seiner Kirche wird.“ Vgl: Deutsche Bischofskonferenz

Katechismus der Katholischen Kirche

 

1659 Der hl. Paulus sagt: „Ihr Männer liebt eure Frauen wie Christus die Kirche geliebt hat Dies ist ein tiefes Mysterium ich beziehe es auf Christus und die Kirche (Eph 5 25 32).

1660 Der Bund der Ehe durch den ein Mann und eine Frau miteinander eine innige Lebens und Liebesgemeinschaft bilden wurde durch den Schöpfer grundgelegt und mit eigenen Gesetzen versehen Er ist von Natur aus auf das Wohl der Ehegatten sowie auf die Zeugung und Erziehung von Kindern hingeordnet Der Ehebund zwischen Getauften wurde von Christus dem Herrn zui Wurde eines Sakramentes erhoben [Vgl. GS 48,1;  [link] CIC, can. 1055, § 1].

1661 Das Sakrament der Ehe ist ein Zeichen für den Bund zwischen Christus und der Koche Er gibt den Gatten die Gnade einander mit der Liebe zu lieben mit der Christus die Kirche liebt Die Gnade des Sakramentes vervollkommnet so die menschliche Liebe der Gatten stärkt ihre unauflösliche Einheit und heiligt sie auf dem Weg zum ewigen Leben [Vgl. K. v. Trient: DS 1799].

1662 Die Ehe gründet auf dem Konsens der Vertragspartner das heißt auf dem Willen sich einander endgültig hinzugeben um in einem treuen und fruchtbaren Ehebund zu leben.

1663 Da die Ehe die Gatten in einen öffentlichen Lebensstand innerhalb der Kirche stellt ist es angebracht daß die Trauung öffentlich, im Rahmen einer liturgischen Feier geschieht vor dem Priester (oder dem dazu bevollmächtigten Zeugen der Kirche) den Trauzeugen und der Gemeinde der Gläubigen.

1664 Einheit Unauflöslichkeit und Bereitschaft zur Fruchtbarkeit sind für die Ehe wesentlich Die Polygamie laßt sich mit der Einheit der Ehe nicht vereinbaren Eine Scheidung trennt was Gott vereint hat die Weigerung fruchtbar zu sein bringt das eheliche Leben um seine vorzüglichste Gabe das Kind (GS 50 1).

Der Ehebegriff des geltenden Rechtes der CKK lässt sich so fassen

Die Ehe (Sakrament) ist eine Schicksals- und ausschließliche Geschlechtsgemeinschaft zwischen einem Mann und einer Frau,
die auf Lebenszeit geschlossen wird.
Das Sakrament der Trauung kann gespendet werden:

– wenn Mann und Frau aus eigener Entscheidung und freiem Willen ein JA dazu sagen

– wenn beide fest entschlossen sind, eine Lebensentscheidung füreinander zu   treffen   „bis der Tod uns scheidet“

– wenn eine grundsätzliche Offenheit für Kinder vorhanden ist.
 

Der Protektor des CKK Missionsbistums

04.10.2020

* Wird zurzeit in den Kirchen der Ütrechter Union diskutiert.

 Oliver van Meeren