Impulse

Sonntag, den 15.05.2022

Johannes 31 – 35

Als er nun hinausgegangen war, spricht Jesus: Jetzt ist der Sohn des Menschen verherrlicht, und Gott ist verherrlicht in ihm.

Wenn Gott verherrlicht ist in ihm, so wird auch Gott ihn verherrlichen in sich selbst, und alsbald wird er ihn verherrlichen.

Kinder, noch eine kleine Weile bin ich bei euch; ihr werdet mich suchen, und wie ich den Juden sagte: Wo ich hingehe, könnt ihr nicht hinkommen, so sage ich jetzt auch euch.

Ein neues Gebot gebe ich euch, daß ihr einander liebet, auf daß, gleichwie ich euch geliebt habe, auch ihr einander liebet.

Daran werden alle erkennen, daß ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.

Was verherrlicht mich meine Geschwister euch, zu diesem Vers Johannes 13, 31 – 33a.34 – 35 etwas zu sagen?

Verherrlicht sein ist eine Zustandsbeschreibung, die wohl selten einer von uns Menschen erlebt. Also, um mich zurückzunehmen ich auch nicht.

Vielleicht stellt sich ein herrlicher Moment ein bei einem herrlichen Bier? Aber dann nicht nur in der Mäßigkeit, sondern auch mit zu viel Herrlichkeit, kommt der Kater und frisst euch auf. Wer kennt’s?
Wie ist es also für einen Menschen etwas zu erreichen, wenn das Herrliche andauern soll?
Nehmen wir den Wein, vielleicht taugt er besser zu meiner Veranschaulichung.
Ein Wein taugt viel und mit der Intensität der Gaumenfreude entfaltet er seine Kraft.
Könnte also sein, dass der Wein uns das bildliche X, die Herrlichkeit Gottes mehr erschließt?

IN der Schrift im Johannes 13 – 15,8 spricht Jesus viel über die Beziehung von ihm zum Vater. Um in Bier.- und Wein Sprache zu bleiben, er trinkt sich sozusagen Mut an. Denn das, was jetzt
kommt, ist die absolute Antwort: „Liebt einander, wie ich euch geliebt habe.“ Die Jünger sind wohl sehr angetan. Denn sie lassen Jesus lange reden. Er gibt viel zu erkennen und durchschauen, wohin er geht, aber gleichzeitig durch seinen größeren Beistand bei seinen bleibt, die ihn lieben.
Um das bildliche X den Wein zu erschließen, sagt Jesus in 15, 8 etwas sehr Bedeutendes: „Mein Vater wird verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und meine Jünger werdet.“

Es geht darum, gut zu reifen. Wie ein guter Wein es eben tut. Die Jünger wissen noch nichts von der Himmelfahrt, die uns naht, dass der Heilige Geist auf sie herabkommt, aber sie erleben, dass Jesus Worte eben keine Container Begriffe sind, wo alles rein gehört: „Gott, Licht, Liebe, Leben“, dass das Johannes Evangelium so anschaulich macht.

Sondern es geht um das Werk des Glaubens. Was ist also das Werk des Glauben? Jesus durchbricht damit die Starrheit unserer begrifflichen Eingenommenheit zur ultimativen Antwort.

Es ist die Liebe. Jesus fragt nach dir, um sich selbst in der Liebe zu erkennen. Die Erinnerung Gottes wird in jedem Moment erneut erzeugt, wo Jesus der Liebe gegenüber uns Menschen gewahr wird.

Es ist Liebe, wenn sich Menschen ein neues Auto kaufen, als Quelle ihrer Freiheit auf Gott hin Erschaffene.

Es ist keine Liebe in Menschen, wenn sie zerstörerisch nach außen wirkt und nach innen Frieden, Freude, Eierkuchen vorgaukeln. 
Folglich ist die Liebe Jesus gerade hier nahe am nächsten, wenn sie nach außen drängt.

Es soll eine Liebe sein, die von gemeinsamen Erlebnissen vertraulich zeugt.

So wie die Jünger nicht bedrückt am Tisch sitzen, sondern voller Neugierde, was wird Jesus sagen. So seid ihr jetzt voller Aufbruchstimmung nach einer guten Stunde in einer Runde oder sogar mehren Tagen.

Deshalb lass uns, die wir das Freundschaftsprinzip in unserem Namen tragen, in dieser Woche Liebe praktizieren. Und nicht nur verliebt sein. Lass uns liebevoll einen Freund anrufen. Liebevoll sich um jemand kümmern, liebevoll uns gegenseitig zu prosten.

Amen.

Diakon Tobias Fank 

Jedes Kind braucht einen Engel

Markus 10,13–16 

Jedes Kind braucht einen Engel, der es schützt und der es hält. Jedes Kind braucht einen Engel, der es auffängt, wenn es fällt.

« Dies sagt ein Kinderlied von Klaus Hoffmann – und es hat Recht.

Jedes Kind braucht einen Engel. Was ein Engel ist, hat der heilige Augustinus gut auf den Punkt gebracht. Er schreibt:

»Engel ist keine Bezeichnung für ein Wesen, sondern für eine Aufgabe.« Engel sind also nicht die geflügelten Wesen, sondern Engel verstecken sich in unterschiedlichsten Wesen, wenn diese die Aufgabe eines Engels erfüllen.

Was die Aufgabe eines Engels ist, beschreiben die Flügel allerdings sehr gut: Ein bisschen Himmel auf die Erde bringen – das Gute also, das bei Gott ist und von Gott kommt, zu den Menschen tragen.

Dazu verstecken sich Engel bevorzugt in Menschen – in Menschen, die anderen Gutes tun.

Ihr, liebe Eltern, und Ihr, liebe Paten; Ihr, liebe Großeltern, Verwandten und Freunde seid solche Engel für euren Levian.

Ihr bringt den Himmel zu ihm auf die Erde, indem Ihr ihm gebt, was er braucht, um leben und sich entwickeln zu können.

Euer Herzensanliegen ist es, Levian gut zu tun.

Und doch gibt es so manches, was wir Menschen trotz aller Fürsorge nicht in der Hand haben: Wir wissen nicht, was morgen sein wird, ganz zu schweigen von dem, was in fünf, zehn oder zwanzig Jahren sein wird.

Gesundheit oder Krankheit, Erfolg oder Scheitern … Unseren Beitrag können wir dazu leisten, dass das Leben sich positiv entwickelt, doch vieles können wir beim besten Willen nicht beeinflussen.

Dies gilt auch im Blick auf Levian.

Da tut es gut zu wissen: Gott schaut auf Levian.

Er segnet ihn, wie Jesus die Kinder im Evangelium gesegnet hat. Die Geste des Handauflegens symbolisiert den Schutz. Jesus beschützt also die Kinder – Menschen, die auf Hilfe und Schutz angewiesen sind, haben bei ihm immer den ersten Platz bekommen.

Was bedeutet der Segen, der Schutz genauer? Er bedeutet nicht, dass von jetzt an für Levian alles in Butter ist und alles glatt läuft.

Auch mit Gott an seiner Seite wird Levian. so manche Schwierigkeit im Leben antreffen. Segen und Schutz bedeuten: Gott schickt Levian viel Gutes.

Schon sein Leben ist ein Geschenk aus Gottes Hand, weiter seine Gesundheit, liebe Menschen um ihn herum, seine Begabungen, die er entdecken wird, und vieles andere mehr. Über all dieses Gute darf Levian sich einmal freuen, und so wird er ein dankbarer und zufriedener Mensch werden.

In Schwierigkeiten zaubert Gott für Levian nicht einfach alle Probleme weg, aber er hilft ihm, sich ihnen zu stellen, sie anzupacken und vielleicht sogar zu meistern.

Mit Gottes Segen wird Levian spüren: Ich bin nie allein, auch dann nicht, wenn dunkle Seiten im Leben aufziehen. Gott lässt mich nicht zugrunde gehen, weil ich sein geliebtes Kind bin. Von Gott kommt die Kraft, die ich brauche, um weiterzugehen, bis im Leben dann auch wieder die Sonne scheint.

Liebe Eltern und liebe Paten, Ihr seid religiöse Menschen und Ihr vertraut auf den Schutz und Segen Gottes. An Eurem Vorbild wird Levian das Gleiche lernen:

Gottvertrauen, die beste Voraussetzung, dass sein Leben gelingt, gut ist und immer wieder gut wird. Jetzt in der Taufe wird uns bewusst: Levian ist Gottes geliebtes Kind, und Gott kümmert sich ganz persönlich um ihn.

Jedes Kind braucht einen Engel: Engel wollt Ihr für Levian sein und ihm das Beste geben, das Ihr geben könnt.

Das ist gut – und es ist auch gut zu wissen: Wenn unsere menschlichen Mittel erschöpft sind, ist Gottes Einfluss noch lange nicht zu Ende. Gott segnet Levian und schützt ihn. Diesen kleinen Bronze-Schutzengel schenke ich Euch, liebe Eltern, Bianca und

Stephan, für Levian. Ich wünsche Euch damit viel Freude an eurem

Kind, indem ihr seinen Weg begleitet.

Seid Engel für ihn – um alles andere kümmert sich Gott.

Diakon Michael Reitze

Sonntag, den 08.05.2022

Lutherbibel 2017

Gott allein die Ehre! 1 Nicht uns, HERR, nicht uns, / sondern deinem Namen gib Ehre um deiner Gnade und Treue willen! 2 Warum sollen die Heiden sagen: Wo ist denn ihr Gott? 3 Unser Gott ist im Himmel; er kann schaffen, was er will. 4 Ihre Götzen aber sind Silber und Gold, von Menschenhänden gemacht. 5 Sie haben einen Mund und reden nicht, sie haben Augen und sehen nicht, 6 sie haben Ohren und hören nicht, sie haben Nasen und riechen nicht, 7 sie haben Hände und greifen nicht, / Füße haben sie und gehen nicht, und kein Laut kommt aus ihrer Kehle. 8 Die solche Götzen machen, werden ihnen gleich, alle, die auf sie vertrauen. 9 Aber Israel hoffe auf den HERRN! Er ist ihre Hilfe und Schild. 10 Das Haus Aaron hoffe auf den HERRN! Er ist ihre Hilfe und Schild. 11 Die ihr den HERRN fürchtet, hoffet auf den HERRN! Er ist ihre Hilfe und Schild. 12 Der HERR denkt an uns und segnet uns; er segnet das Haus Israel, er segnet das Haus Aaron. 13 Er segnet, die den HERRN fürchten, die Kleinen und die Großen. 14 Der HERR mehre euch, euch und eure Kinder. 15 Ihr seid die Gesegneten des HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat. 16 Der Himmel ist der Himmel des HERRN; aber die Erde hat er den Menschenkindern gegeben. 17 Nicht die Toten loben den HERRN, keiner, der hinunterfährt in die Stille; 18 wir aber, wir loben den HERRN von nun an bis in Ewigkeit. Halleluja!

Ich frage provokant: Gott als übermächtige KI? Was sind deine Götzen unserer heutigen Zeit? Wer kennt den Griff zum Handy, gleich nach dem er aufsteht? Was macht es mit uns, wenn wir uns selber immer in Konkurrenz sehen?

Die Rede vom Psalmisten im Ps. 115 steigt mit der Aussage ein: „Gott allein die Ehre! Nicht uns, Herr, nicht uns, sondern dein Namen gib Ehre um deiner Treue und Gnade willen.

Was hindert uns also Gott heute nicht als den von Gestern sondern für immer da Seienden zu betrachten? Im Psalm 115 stellt der Redaktor ihre Götzen und unseren Gott nebeneinander. גים hat anstatt עם die Bedeutung, dass es die Heidenvölker meint und nicht das bestimmte Staatsvolk. Es folgt ein indirekter Fragesatz von den Gottlosen: Wo ist denn ihr Gott?

Die Gegensätze werden ausgedrückt der machtvollen Taten Gottes, der alles gemacht hat und der Götzen aus Menschenhand der Völker. Sie können nichts schaffen, sich selbst haben sie nicht erschaffen. Besonders der Tun-Ergehens-Zusammenhang der ein wichtiger Sitz im Leben in der Weisheitsliteratur, wie es Vers 5 verdeutlicht. Die Götzen haben Münder und sie reden nicht, Sie haben Augen und sehen doch nicht. Die Götzen werden angesprochen als wären Sie eine Wirklichkeit der es sich zu stellen gilt. In V. 8 wird durch den unpersönlichen Ausdruck ׅי ְהיו in Rechnung gestellt, dass alle die auf die Götzen vertrauen ihnen gleich werden.

Gott zu einem Ding zu machen geht einfach. Wird durch Forschung der Neurologie und werdenden Technologien wie Neurolinks, das neue Projekt von Tesla, in der ein Chip in den Kopf eingepflanzt werden soll, für uns einfacher Gott sich als Übermächtige KI vorzustellen? Trifft es dann zu, dass Gott einen Mund hat, der nicht redet, Ohren hat und nicht hört. Kann dann Gott in unserem Kopf sitzen und wir ihn steuern?

Mit solchen fast häretisch anlautenden Gedanken, muss Gebrochen werden. Denn ein Ding hat keine Eigenschaften, Attribute, die ihm inhärent sind. Die Modalitäten sind beiläufig. Es ist immer gleichbleibend da, unscheinbar, seiner Mächtigkeit beraubt. Den Umständen Macht über unser Leben zu geben, ist ebenfalls so eine Götze. DER Herr wird es wohl richten. DER Gott wird es schon gut mit uns meinen. Doch der HERR macht uns unbedingt betroffen. Es ist das EINE, was uns unbedingt angeht, um es in den Worten von Paul Tillich zu sagen. Hier jenseits der Sprachlichen Begriffe wird Gott unhörbar, hörbar, trotz seiner Unsichtbarkeit, Schaubar, das Uneigentliche, wird Eigentlich.

Die Hoffnung aber lässt nicht zu Schande werden, heißt es im Römer 5:5. Denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unser Herz durch den heiligen Geist, welcher uns gegeben ist.. So wie die alten Völker, die Heiligen Haine, der heilige Ort, eine Mazzebe verehrten und hofften, dass Gott sich ihnen offenbart, hofft das Volk Israel auf den Herrn.

Doch unser Herr steht im V. 9, ist dem Volk Israel Hilfe und Schild. Hier wird die Heilzusage an Israel gemacht, trotz der Gefahr der Dämonisierung in der unserer Glaubensvorstellung steht. Das Volk Israel war oftmals untreu. Gott bleibt dem Volk Hilfe und Schutz, weil wir die Gesegneten des Herrn sind, wie es in V. 15 heißt. Die Verzweiflung findet im Glauben seine Erlösung.

Das Volk Israel zog aus Ägypten und aus dem Herrschaftsbereich des Pharao. Diese Feier am Passah – Fest leitet die Vergegenwärtigung ein, die dem Haus Israel erneut versprochen ist. Deshalb folgt nach dem Tun-Ergeh-Zusammenhang der Hoffnung, das Ergehen, schlussendlich die Segnung. Nach der Segnung folgt die Mehrung unserer Nachkommen, wie in V. 14 die Präposition ,dreimal aufeinander anzeigt. DIE Personengruppe die durch die 2. Person Plural, euch עלangesprochen wird, findet seine Entsprechung in V.2. Das Volk muss seinen Gott nicht suchen und sich nicht vor den Gottlosen rechtfertigen. Es ist ihr Gott der als Wolken und Feuersäule das Volk trockenes Fußes durch das Rote Meer marschieren lässt

Es ist das Versprechen Gottes nach Ägypten auch in Babylon sein Haus wieder heim zu führen in das Land, wo Milch und Honig fließt. Er ist uns Schutz und Schild verdeutlicht dieses Versprechen. Darum zieht die ganze Waffenrüstung Gottes an, den Schild des Heils, kennen wir aus Epheser 6. Es ist der Gott der Persönlich wird, der Herr als Ansprechpartner auf einer Art uns vertraut ist aber

ebenso zu fürchten gilt, wie es durch ׅי ְר ֵאי in v. 13 angezeigt wird.

Im V. 17 wird rückbezogen auf den V.3. Das Adverb כל was dreimal an Schlüsselstellen des Psalms 115 vorkommt, lässt keinen Zweifel übrig. Alles was herunterfährt in die Stille, wird nicht den Herrn loben. So wie Götzenanbeter sich selbst loben, werden die Toten nicht in den Lobpreis einstimmen.

Das Hallel wurde in der spättestamentlichen Zeit bei der häuslichen Feier des Pessachmahls gesungen. Als lyrischer Sprecher ist die Gemeinde zu denken, die sich der Wirkmächtigkeit des Exodus vergewissert.

So stimmen wir als Gemeinde auf die Heilzusage ein, dass die Heidenvölker es hören. Wir aber loben den Herrn heute, jetzt und in Ewigkeit: Hallelulja, Lobt den Herrn.

Tobias Fank