Impulse

Nächstenliebe

Liebe Christen und Mitmenschen, die an Gott glauben.

Im Alten Testament heißt es:

Du sollst deinen Nächsten lieben, wie dich selbst.
Bibel, Altes Testament, Leviticus 19,18

Im neuen Testament heißt es:

Liebet einander, wie ich euch geliebt habe!
Neues Testament, Johannes 13, 34. Grün Donnerstag.

Im Vers 20 spricht Jesus zu seinen Jüngern:

Amen, amen, ich sage euch: Wer einen aufnimmt, den ich senden werde, nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat.

Wie können wir diese Worte in die Jetztzeit übersetzen?

Wie sollen wir die Worte verstehen?

Warum fällt es uns so schwer die Worte umzusetzen?

Versucht einmal diese drei Fragen für euch zu beantworten.

Ich verstehe sie so:

Wer im Auftrag Gottes unterwegs ist und seine Mitmenschen liebt, Ihnen hilft ohne Vorurteile wegen Ihres Geschlechts, Hautfarbe, Stand, Glaubens und Herkunft zu haben, der nimmt Jesus in sich auf. Und wer Jesus in sich aufnimmt, hat auch Gott in sich aufgenommen.

Wir leben nicht nur für uns, sondern für uns alle. Ohne Glauben an Die Dreifaltigkeit, ist unser Leben ohne Sinn und Freude. Gott möchte, dass wir glücklich sind. Die wahre Freude ist, anderen zu helfen. In Matthaeus 7, 7 heißt es: Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan

Wir müssen die Menschen sein, die die Tür des Hauses, des Herzens und der Seele öffnen.

Jesus Worte umzusetzen ist für viele Menschen sehr schwer. Ich schließe mich dabei nicht aus.

Bei mir gibt es drei Worte, die mich immer wieder zum Nachdenken bringen, ob ich das „Aufnehmen“ zuzulassen soll, wie es Jesus verlangt hat.

Die drei Worte sind „Zeit“ „Geld“ und „Vertrauen“

„Zeit“

Wenn ich jemanden aufnehme, kostet das viel Zeit. Ihr kennt das sicherlich, wenn Verwandte oder Freunde kommen. Alles wird auf Vordermann gebracht und alles muss organisiert sein. Ist es vielleicht nicht besser niemand einzuladen oder aufzunehmen. Man würde viel Zeit sparen.

Selbst das Aufnehmen im Geiste, wie in der Bibel lesen, Weiterbildung zum Diakon, in der Seelsorge tätig zu sein, Taufen, Hochzeiten und Beisetzungen vorzubereiten, dass kostet alles Zeit. Ich habe schließlich noch einen Beruf. Soll ich mir das antun.

Habe ich nichts Besseres zu tun als Zeit für andere zu opfern?

„Geld“

 Aufnehmen kann auch kostspielig sein. Du möchtest helfen und nimmst fremde Menschen auf.

Du musst sie verpflegen und betreuen und bekommst keine finanziellen Hilfen. Du bildest dich weiter, um anderen helfen zu können. Auch die Ausbildung kostet Geld. Soll ich das alles auf mich nehmen? Kann ich mein Geld nicht für mich selbst und meine Familie verwenden?

„Vertrauen“

Kann ich den Menschen vertrauen, die mir erklären, dass sie an Gott glauben, oder wollen Sie nur meine Gutmütigkeit ausnutzen. Kann ich fremde Menschen bei mir aufnehmen ohne Angst haben zu müssen das sie mir schlechtes wollen. Sind die Menschen wirklich so hilfebedürftig wie sie sagen, oder wollen sie sich ein leichtes Leben machen?

Ich weiß nicht welche Worte oder Zweifel euch davon abhalten das Haus, das Herz, die Seele zu öffnen. Lasst uns darüber reden und denkt an die Worte: Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan. Ich selbst Bete oder besser gesagt spreche mit Gott, wenn mir die drei Worte das Leben schwer machen. Gott Vater und Sohn und der Heilige Geist, sind hervorragende Zuhörer. Ich gehe zum Reden in die freie Natur oder suche mir eine kleine Kapelle aus. Die meisten Kapellen haben eine Bank davor, die zum Verweilen einlädt. Auch eine Kirche ist ein schöner stiller Ort, in der man mit Gott reden kann.

Ihr kennt sicherlich das Sprichwort “ Glauben versetzt Berge“ probiert es aus.

Auch wir vom Christ-Katholischen Missionsbistum öffnen die Türen, wenn Ihr anklopft und Probleme habt.

Denn wir sind wie ihr. Traut euch, wir sind für euch da.

Das folgende Gedicht, hat mich sehr bewegt und sagt alles über die Nächstenliebe aus.

 

Nächstenliebe
Gedicht

Der Mensch, er eilet durch das Leben,
vorwärts jagend, voller Hast.
Liebe kann er keinem geben,
er findet weder Ruh noch Rast.

Sein Nächster bittend hebt die Hände
und flehet ihn um Hilfe an.
Der Mensch eilt weiter, sicher fände
der einen andern, der helfen kann.

So steht am Ende seiner Tage
der Mensch allein und einsam da.
Was fällt Gutes für ihn in die Waage?
Ein Leben lang nur er selbst sich wichtig war.

 

Willst Du dereinst dann auch so stehen?
Einsam, traurig, in Seelennot
Höre Du des Nächsten Flehen,
denke an des Herrn Gebot.

Schenk dem Nächsten Deine Liebe,
Hilfe, Freundschaft, guten Rat,
und es lohnt der Herr Dir Deine Güte
mit seinem Segen Tag für Tag.

Autor des Gedichts: Haike Espenhain

 

Ich wünsche allen Menschen dieser Welt, dass Sie Nächstenliebe erfahren.

Gesegneten Sonntag

Kurat Diakon Roman Weimann, Kuratie St. Patrick

Der Wert von Marken - 11.09.2022

Wir kennen Sie alle aus der Werbung und sie bestimmen unser Leben … Unternehmensmarken.

Meine Nichte hat mich letzt auf dem Weg zum Baggersee nach dem Wert von Marken gefragt.

Jedes Unternehmen hat eine Zeit, wo es sich ausbreitet und dann wieder stagniert. Alles wurde entwickelt. Den Grundbedarf ist gedeckt.

Alles in diesem Leben hat sein Ende. Eine Flasche Coca & Cola sowie ein Mercedes Benz. Dann habe ich sie gefragt: „Kennst du eine Marke, die immer mehr Aufmerksamkeit bekommt?“

„Das ist die Botschaft von Jesus Christus. Alles, wo wir nicht mehr weiter kommen, laden wir auf ihn.“

Das hat sie begriffen. Ein „Schatz im Himmel, der nie vergeht und nicht von Motten zerfressen wird.“

Als Impuls auf den Impuls: „Frage an dich was ist deine Lieblingsmarke und wieso?“ Meine ist Jesus Christus. Der Weg. Die Wahrheit. Das Leben.

Tobias Fank

Wie viel ist genug?

2.Mose 16,4 …..

Ich lasse Brot vom Himmel für euch

Regnen! Die Israeliten sollen morgens

Losgehen und so viel einsammeln,

wie sie für den Tag brauchen…“

Guten Morgen, liebe Webegleiter!

Ein Freund stellte mir einmal die Frage: ,, Michael, überlege

mal: ,, wie viel ist genug“ ?

Dies hat mich zum Nachdenken gebracht. Wir sind doch stets

Bestrebt, immer mehr zu bekommen und mehr zu erreichen.

Doch haben wir manchmal so viel zu verwalten, dass die

Vielfalt uns auch nicht glücklich macht. Wenn wir verreisen

und nur einen Koffer mitnehmen können, suche wir uns die

Dinge heraus, die wir am meisten brauchen.

Wir sind dann beispielsweise in Peru auf einem Missionseinsatz

und vermissen nichts. Wir erfreuen uns an der Abwechslung

und daran, dass wir Menschen dienen können.

Was haben wir doch alles, das uns beschäftigt, aber nicht

unbedingt glücklicher macht? 

Ich glaube, wir sollten uns über Folgendes Gedanken machen:

Wie gestalte ich mein Leben mit dem, was ich habe?

Wir können doch in so vielen Dingen die Qualität

Verbessern, wenn wir mehr Zeit für die wesentlichen

Dinge hätten- oder?

Jesus hat für uns am Kreuz alles ermöglicht-das ist genug!

Er muss nichts mehr dazutun, nichts verbessern und auch nichts

an die heutige Zeit anpassen. Überdenke mal für dich, in welchen

Bereichen deines Lebens wie viel genug ist.

Diakon Michael Reitze

 

Gebetsimpuls

,,Danke, Herr Jesus, für alles, was du mir gegeben hast.

Herr, schenke mir Weisheit, damit umzugehen, damit mich das,

was ich habe, nicht nur beschäftigt. Zeige mir, wo ich

Qualität statt Quantität erreichen soll. Zeige mir wo ich getrieben

werde im Hamsterrad und nicht wirklich weiterkomme. Herr,

ich möchte es richtig machen. Zeige du es mir.  Amen.

Impuls zum 22. Sonntag im Jahreskreis am 28.08.2022

Lk 14.1+7-14

Vom Verhalten als Gast
Über das Handeln Gottes
Vom Verhalten als Gastgeber  

Liebe Christen,

Jesus war in das Haus eines Oberen der Pharisäer gekommen, um am Sabbatmahl teilzunehmen. In der Mahlgemeinschaft suchte er die Menschen mit seiner Botschaft anzusprechen und erklärte sie dabei am Verhalten der Gäste und des Gastgebers. Von diesen dreien, wie oben genannt, berichtet das heutige Sonntagsevangelium.

Den Gästen im Haus des Phariäers erteilt er eine Lehre, die wie eine kluge Tischregel aussieht, die auch wir heute zu Herzen nehmen dürfen.
Bescheiden sein zur Nähe des Gastgebers.

Die verborgene Innenseite dieser „Tisch“ – Regel wurde beim Letzten Abendmahl sichtbar: nicht um berechnende Höflichkeit geht es, sondern um die Grundhaltung der dienenden Liebe: „Ich bin unter euch wie der, der bedient“(Lk 22.27)           Wer sich für „besser“ (höher, klüger usw.) hält als der „Andere“ fällt dabei schon aus dem Handeln Gottes raus!  

Das Verhalten des Gastgebers, wen er eingeladen hat, soll nicht nach menschlichen Aufrechnens geschehen, sondern nach Gottes Prinzip des Schenkens und Teilen mit denen die nicht vergelten können. Die möge er nicht vergessen, denn heute, doch damals zur Zeit Jesu, viel deutlicher besonders in der Nähe der  Heiligtümer bevölkerten Arme, Krüppel, Lahme und Blinde die Straßen.
Welche es in meiner „Gastgeber“ -nähe sind, ist so verschieden wie meine Umwelt um mich. Macht euch Gedanken und vergesst sie nicht!

 

Ein Wort von Martin Luther King dazu: „Wir haben gelernt, wie Vögel zu fliegen und wie Fische zu schwimmen. Doch wir haben die einfache Kunst verlernt, wie Brüder (Geschwister) zu leben.“

Mit Jesus Christus können wir es wieder lernen und beibehalten.        

Gesegneten Sonntag

Regionalvikar: Kurat Pfarrer Richard Brütting, Kuratie St. Thomas Morus

Impuls zum 21. Sonntag im Jahreskreis am 21.08.2022

Lk 13.22-30

Jesus wird über den Einlass ins Leben befragt. Über die Tischgemeinschaft mit den Erzvätern. Über die Menschen im Allgemeinen.

Liebe Christen,

Jesus gibt darauf Antworten, die für alle Zeit gültig sind!

Während Jesus nach Jerusalem pilgerte, fragte ihn jemand: Meister, sind es (nur) wenige, die (wieder) eingelassen werden ins (ewige) Leben? Jesus antwortete: Strengt euch an, eingehen zu dürfen, in die Himmelsherrschaft durch das enge Tor! Denn viele werden wünschen in sie eingehen zu dürfen, aber: es ist unmöglich!

Nicht der, der sagt, Herr, Herr, oder es wünscht, sondern der den Willen des Vaters tut kommt durch das enge Tor. Dabei kommt es nicht allein auf den Glauben an, sondern viel mehr um den persönlichen Einsatz jeden Einzelnen, auf das was er tut und da noch der Zusammenhang von Tat und Tatfolgen – und zwar ohne Strafe zu sein!  

Amen! Amen! – Ich soll euch sagen: Viele vom Osten und Westen werden kommen und zu Tisch liegen mit Abraham, Isaak und Jakob in der Himmelsherrschaft.

Vom Osten und vom Westen = vom Sonnenaufgang bis zum Untergang = von überall her – werden sie zu Tisch liegen …, nicht zu welcher Glaubensgemein-schaft oder Kirche oder Volksstamm jemand gehört ist dabei ausschlaggebend! 

Es gibt Letzte, die Erste sein werden. Und es gibt Erste, die Letzte sein werden.

Dieser Vierzeiler ist ein prophetisches Wort Jesu über das gegenwärtig-diesseitige Sein und das künftige-jenseitige Sein von Menschen in seiner Umwelt. Gott hat andere Maßstäbe zum Ersten oder Letzten zu gehören!

Jesus will dabei keine Angst machen oder einschüchtern, sondern vielmehr mutig,  eigenverantwortlich und freudig Leben ermöglichen mit allen Sinnen. Egal was dabei die Umwelt tut, oder die Anderen sagen.    

Regionalvikar: Kurat Pfarrer Richard Brütting, Kuratie St. Thomas Morus

Impuls zum 14. August

Heiliger Maximilian Kolbe

Evangelium (Lk 12,49-53)

49 Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen.

Wie froh wäre ich, es würde schon brennen!

Meint ihr, dass ich gekommen bin, Frieden zu bringen auf Erden? Ich sage: Nein, sondern Zwietracht.

52 Denn von nun an werden fünf in einem Hause uneins sein, drei gegen zwei und zwei gegen drei.

53 Es wird der Vater gegen den Sohn sein und der Sohn gegen den Vater, die Mutter gegen die Tochter und die Tochter gegen die Mutter, die Schwiegermutter gegen die Schwiegertochter und die Schwiegertochter gegen die Schwiegermutter.

 

Liebe Freunde,

wenn sie die Überschrift lesen, dann werden sie sich fragen, was, bitteschön, haben ein Heiliger und das heutige Evangelium miteinander zu tun und das ist auch eine berechtigte Frage.

Zum einen die Sache mit den „Heiligen“. Da wurden früher Menschen  zu „Heiligen“ gesprochen und das geschieht sogar auch noch heutzutage. Was ist an diesen Menschen besonderes festzustellen? Was sind das für Menschen?

Ja und dann dieses Evangelium. Sind das wirklich Worte Jesu? ER spricht von Feuer, Zwietracht untereinander; also alles andere als die gewohnten Worte Jesu.

Wie passen also diese beiden Stücke zusammen?

Beginnen wir mit dem Evangelium.

Jesus tobt, ist geradezu außer sich. ER rüttelt uns auf und sagt: So geht das alles nicht mehr weiter. ER selbst ist das Feuer. Er möchte uns anzünden, damit wir brennen für Gott, damit brennen für unseren Glauben. Gerade in der heutigen Zeit sind alle Christen vieler Anfeindungen ausgesetzt. Vor lauter Hassreden, Lügen, Hetzen, ob im Internet oder auf offener Straße, bei KollegenInnen, Bekannten… Überall herrscht nur Zwietracht, Egoismus, Ellenbogengeneration, Egozentrik…

Wo wir heute hinschauen und hinhören, wo gibt es noch etwas Positives zu sehen oder zu hören? Inflation, Krieg, Waldbrände, Zukunftsängste, Klimaproblematik usw. Eigentlich müssten wir an dieser Stelle verzweifeln. Und nun redet Jesus auch noch so negativ daher, so sehr, dass man Angst bekommen muss.

Ich sage an diesem Punkt ganz deutlich: NEIN! Das ist nicht so!

Jesus macht uns darauf aufmerksam, dass wir uns entscheiden sollen, für wen wir unser Herz brennen lassen möchten. Die Spreu soll sich nun vom Weizen trennen. WIR sind nun gefragt und WIR dürfen jetzt „Farbe“ bekennen zu unserem Glauben. Jesus fordert uns alle auf für unseren Glauben „Frucht“ zu bringen. Dem Hilfesuchenden helfen, dem Hilflosen Trost spenden, den Alten helfen, die Kinder beschützen usw.

Jesus ist das Feuer vom Evangelium und Jesus möchte uns anzünden, dass wir genau dafür brennen. Tue Gutes deinem Nächsten!

Nun zu unserem Heiligen:

Maximilian Kolbe. Viele von ihnen können mit diesem Namen vielleicht überhaupt nichts anfangen. Dazu ein paar Hinweise.

Was hat Maximilian Kolbe gemacht?

Maximilian Maria Kolbe war ein polnischer Franziskaner-Minorit, Verleger und Publizist. Er wird heute von der katholischen Kirche als Heiliger und Märtyrer verehrt. Auch der evangelisch-lutherischen Kirche in Amerika und der anglikanischen Kirche gilt er als denkwürdiger Glaubenszeuge.

In der Zwischenkriegszeit betrieb Kolbe als Pater eine rege Missionsarbeit, die unter der deutschen Besetzung unterbunden wurde. 1941 wurde er verhaftet und nach Auschwitz deportiert, wo er für einen Mithäftling in den Hungerbunker ging und dort ermordet wurde.

Und nun sehen wir, wie diese beiden Teilstücke ein ganzes Stück ergeben. Dieser Pater Kolbe hat sich vom Feuer Gottes anzünden lassen, hat sich für einen Mitmenschen eingesetzt und sogar mit seinem Leben bezahlt.

Wir müssen unseren Einsatz für die Mitmenschen nicht gleich mit unserem eigenen Leben bezahlen, aber die kleinen Alltäglichkeiten sind die Grundlage unseres christlichen Daseins. Dann tragen wir die Tasche einer alten Dame nach Hause, helfen einem gestürzten Menschen wieder auf die Beine, gewähren wir einem anderen Teilnehmer auf der Straße die Vorfahrt oder geben unserem Nächsten einfach ein liebes Wort oder ein Lächeln in den Tag.

Wir können so viel Gutes tun und dadurch so bereichernd für die Welt sein.

Lasst uns also durch diese Taten das Feuer entfachen und die Welt neu erleuchten. Wir müssen uns also schon mitten ins Geschehen hinein wagen, mitten in die Arena!

Christ sein heißt sich entscheiden, sich engagieren, heißt seine Meinung – auch wenn sie unbequem ist – kundtun.

Maximilian Kolbe sagte einmal:

„Wir dürfen uns nicht so sehr an die Arbeit, an Amt, Würde und Ort klammern. Wichtig ist, dass jeder sich bemüht, den Willen Gottes zu erfüllen.

Mit diesen Gedanken möchte ich euch in die kommende Woche schicken und wünsche jedem Einzelnen brennende Momente.

Diakon Johannes Hilser, Kurat St. Franziskus

Impuls - 31.07.2022

Das Gleichnis von den anvertrauten Talenten Matthäus 25, fasziniert mich, seit dem ich mir gedenke. Kurz die Geschichte nachgezählt. Ein reicher Mann geht auf Reisen und vertraut sein Geld seinen drei Dienern. Der Erste bekommt drei Taler, der andere 2 Taler und der Dritte ein Taler. Während die ersten 2 Diener mit den Talern gut wirtschaften und das Doppelte erhalten, hat der 3 Diener Angst vor der Jähzornigkeit seines Herrn. Er vergräbt das Geld lieber, dass es nicht abhandenkommen kann. Als der reiche Mann nach Hause kommt und das erfährt, wird er tatsächlich jähzornig. Er wollte, dass sein Geld für ihn arbeitet und entlässt den Diener und wirft ihn im hohen Bogen hinaus.

Gott kennt seine eigenen Wege. Das kennen wir aus Gleichnissen wie die Arbeiter im Weinberg. Jeder bekommt seinen Lohn, obwohl der eine früher und der andere später. Es soll bedeuten, dass Gott nicht auf unseren Stand schaut, sondern auf unser Herz.

Was mich an der Geschichte fasziniert ist, wie sehr ich mich in den dritten Diener einfühlen kann. So habe ich schon bemerkt, wenn ich etwas krampfhaft im Kopf behalten will, es mir entgleitet.
Jesus erzählt uns nicht das Gleichnis ohne Grund. Wenn es auch auf den ersten Grund abstoßend wirkt, die Vorstellung, dass der am wenigsten spekuliert am meisten Rüge bekommt, so ist diese Handlungsweise in unserem Leben ein ehrendes Gesetz.

Wer sät, der wird ernten. Wer nicht sät, der erntet nicht. Jesus will nicht dem Menschen sein Wert, der von Gott von Anfang an festgelegt ist, infrage stellen, sondern uns das Geheimnis Gottes bildhaft schildern. Wie geht das besser als mit Geld?
Hier wird diese Geschichte dazu genutzt, um uns Gottes unermüdliche Tätigkeit, seine Liebe zu uns zum Ausdruck bringen. Und diese ist nicht mit den Füßen zu treten. An Gottes Segen soll alles genesen, heißt es im Volksmund.

Wer an Angst leidet und ich lege den Matthäus 25 dahingehend aus, muss von seiner Angst befreit werden. Actio. Reactio. „Wer auf Gott vertraut braucht kein Rotkraut“ haben 2 Diebe nach dem Raub seines Rotkrauts beim Pfarrer als Schild in den Garten aufgestellt. Was für uns bedeutet, wer Gott nahe sein will, der muss eben härtere Bandagen anziehen. Denn wir sind nicht Sklaven des Glaubens, sondern Glaubensgewinner.

Mich hat der eine Satz besonders und der mal nicht aus der Bibel angesprochen. „Spiele nicht, um nicht zu verlieren, sondern spiele um zu gewinnen.“

Das hätte dem dritten Diener zu gerufen werden müssen. Aber das hat der Herr nicht getan. Hier liegt für mich der Überraschungseffekt der Geschichte. Die Geschichte fängt absolut wertfrei an, ohne etwas über die Diener und den Herrn Näheres zu erfahren. Erst dann erfahren durch den untreuen Diener selbst, dass der Herr hart ist.

Nehme man anstatt den Taler einen Diamant und hole ihn unter Druck aus der Erde. So scheint auch ein kleiner Diamant. Schein, Schein, kleiner Diamant und breche das Licht, wie er sich für uns gebrochen hat. Offensichtlich vor den Augen vieler. Amen.

Diakon Tobias Fank

Impuls - 24.07.2022

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas


Lk 11, 1–13

Jesus betete einmal an einem Ort; als er das Gebet beendet hatte,

sagte einer seiner Jünger zu ihm:

Herr, lehre uns beten,

wie auch Johannes seine Jünger beten gelehrt hat!


Da sagte er zu ihnen:

Wenn ihr betet, so sprecht:

Vater, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme.
Gib uns täglich das Brot, das wir brauchen!
Und erlass uns unsere Sünden; denn auch wir erlassen jedem, was er uns schuldig ist. Und führe uns nicht in Versuchung!


Dann sagte er zu ihnen:

Wenn einer von euch einen Freund hat und um Mitternacht zu ihm geht und sagt: Freund, leih mir drei Brote;
denn einer meiner Freunde, der auf Reisen ist, ist zu mir gekommen und ich habe ihm nichts anzubieten!,
wird dann der Mann drinnen antworten:

Lass mich in Ruhe, die Tür ist schon verschlossen und meine Kinder schlafen bei mir; ich kann nicht aufstehen und dir etwas geben?


Ich sage euch: Wenn er schon nicht deswegen aufsteht und ihm etwas gibt, weil er sein Freund ist, so wird er doch wegen seiner Zudringlichkeit aufstehen und ihm geben, was er braucht.


Darum sage ich euch:

Bittet und es wird euch gegeben; sucht und ihr werdet finden;

klopft an und es wird euch geöffnet.
Denn wer bittet, der empfängt; wer sucht, der findet;

und wer anklopft, dem wird geöffnet.


Oder welcher Vater unter euch, den der Sohn um einen Fisch bittet,

gibt ihm statt eines Fisches eine Schlange
oder einen Skorpion, wenn er um ein Ei bittet?


Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten.

 

Impuls:

Man betet mit Mut, denn wenn wir beten,

haben wir ein Bedürfnis.

Es ist, als ob Jesus sagen würde:

„Im Gebet sollt ihr aufdringlich sein, ihr sollt nicht ermüden“.

Aber wovon sollen wir nicht ermüden?

Wir sollen nicht ermüden zu fragen.

„Bittet und es wird euch gegeben“.

 

(…) Es soll ein ständiges, aufdringliches Gebet sein.

Wie das der heiligen Monika, zum Beispiel:

wie viele Jahre hat sie, auch unter Tränen,

so um die Umkehr ihres Sohnes Augustinus gebetet.

 

Diakon Dietholf Schröder

„Freude“

Liebe Christen und Mitmenschen, die an Gott glauben,

es ist doch schön, wenn man sich freuen kann. Auf dem Bild seht Ihre ein Damwild Kitz, das gerade mal zwei Wochen alt ist. Es war das erste Kitz was ich in diesem Jahr in meinem Gehege gesehen habe. Die Freude war für mich riesengroß.

Für mich ist dieses Kitz ein Geschenk Gottes.

Vielleicht konntet Ihr euch in den letzten Tagen auch über etwas freuen.

Zum Beispiel die Kinder über den Ferienbeginn, bestandene Prüfungen, länger ausschlafen zu können, nicht lernen zu müssen, mit Freunden abhängen usw. Wir Erwachsene, über Urlaub, einer schönen Feier, ein Lob von einem Mitmenschen oder einen Besuch von einem lieben Menschen. Die erfreulichen Ereignisse sind nicht alle aufzuzählen, aber jedes einzelne Ereignis sollten wir genießen, denn Freude, ist Lebenselixier und kommt von Gott.

Aber noch schöner ist Freude, wenn man sie mit jemanden teilen kann.

Ich habe meine Freude über das Kitz sofort mit meiner Frau geteilt, die sich natürlich auch freute.

Euch geht es sicherlich genauso. Was ist Freude, wenn man sie nicht mit jemanden teilen kann.

Ich würde innerlich platzen, wenn ich meine Freude keinem mitteilen könnte.

Und so ist es mit dem Glauben. Wer Freude daran hat, an Gott, und an seinen Sohn Jesus Christus zu Glauben, muss diese Freude teilen.

Jesus freut sich über jeden Menschen, der Freude in sich trägt und mit seinen Mitmenschen teilt.

Die Freude ist ein Teil des Glaubens.

Besonders schön: Das Lukas-Evangelium 1-24. Es beginnt und endet mit gottgewirkter Freude über den Herrn Jesus, die sich durch das ganze Evangelium zieht.

Das folgende Gedicht, hat mich sehr bewegt und sagt alles über die Freude aus.

Ich freu mich, dass ich froh erwache,
und ein neuer Tag beginnt.
Deine Engel hielten Wache,
beschützten sanft Dein schlafendes Kind.

Ich freu mich über die Gesundheit,
die Du mir jeden Tag neu schenkst.
Stets machst Du mich zum Leben neu bereit,
ich danke Dir, dass Du mein Schicksal gnädig lenkst.

Ich freu mich, dass ich Arbeit habe,
in dieser schweren Lebenszeit.
Dank Dir für diese ganz besondere Gabe,
in Liebe und Ergebenheit!

Ich freu mich über alle Zeitgenossen,
die Du als gute Freunde mir bestellt.
Mit ihnen steig ich viele Sprossen,
die Lebensleiter hoch in meine kleine Welt.

Ich freu mich über manche Liebe,
die mir in meinem Leben ward gewährt.
Du hast in uns die reinen Triebe,
begnadet, gesegnet und genährt.

Ich freu mich über des Verstandes Gaben,
die Du mir in die Wiege hast gelegt.
Meine Sünde hast Du tief begraben
und mein Herz mit Deinem Geist bewegt!

Ich freu mich, dass Du mir gegeben,
den Mut zur Hoffnung allezeit.
Hab Dank, Herr, für mein gutes Leben,
ich freu mich auf die Ewigkeit!
(Freudengedicht, Autor: Johannes Kandel, 2010)

Ich wünsche allen Menschen dieser Welt, dass Sie auch Freude in Ihrem Leben erfahren dürfen.

Gesegneten Sonntag

Kurat Diakon

Roman Weimann,

Kuratie St. Patrick

Scheuen wir uns nicht, Prioritäten neu zu setzen

Evangelium: Lk 9,51-62

Einer meiner Wegbegleiter sagte einmal zu mir: Du, es gibt ganz viele Menschen, die nicht glauben und doch glücklich sind, denen nichts fehlt. Dasselbe erlebe ich auch in meinem Umfeld.

Inzwischen glaube ich das nicht mehr – ich habe die Möglichkeit als Seelsorger, hinter die Fassaden zu schauen, und erschrecke oft noch – trotz all der Erfahrung!

Nach außen sieht vieles toll aus – dahinter stehen ganz häufig viele persönliche Erlebnisse und Erfahrungen: Da erfahren sich Menschen als getrieben, nicht wirklich frei und in vielen Zwängen. Andere fühlen sich leer und sind müde. Bei einigen fühlt sich das an, wie in einem tiefen (schwarzen) Loch zu stecken.

Viele, die aktuell krankgeschrieben sind, erleben Burnout und Depression intensiv im Leben. Bei schwierigen Erlebnissen, die viel abfordern, stehen Sinnlosigkeit und Verzweiflung im Vordergrund. Und vielen ist das berühmte Hamsterrad ein Begriff, wenn man sich fremdbestimmt fühlt und aus der Lage keinen Ausweg findet, sei es beruflich, familiär oder auch im persönlichen Empfinden.

Wenn ich mir solche Situationen anschaue, von denen ich schon einige erlebt habe, dann kann ich als gläubiger Mensch sagen: Durch den Glauben ist mir schon viel geholfen worden. Der Glaube hat aber auch unsere Gesellschaft und Menschheitsgeschichte positiv mitgeprägt, was unser heutiges Menschenbild zeigt, oder auch die Soziallehre und die caritative Ausrichtung vieler kirchlicher und nichtkirchlicher Einrichtungen.

Und auch ich habe schon vielen Menschen helfen können, durch mehr oder weniger intensive Begleitung oder Hinweise.
Aber was wertvoll ist, das gibt es nicht umsonst – wie ein Bauer sagte: Was nichts kostet, ist auch nichts wert. Vielleicht ist das auch unser Problem oder wird immer mehr zu unserem Problem.

Ein Mitarbeiter einer Firma sagte mir einmal: Es gibt immer mehr Leute, die viel Geld verdienen wollen, aber möglichst wenig dafür tun wollen. Und da wäre die Ebene des Glaubens sofort raus!
Wenn es um den Einsatz von Mühe, Energie und Kraft bezüglich des Glaubens geht, dann sind wir es selbst, die etwas investieren oder es lassen.
Das Evangelium zeigt uns heute Gründe, warum wir so wenig Zeit in den Glauben investieren. Zum einen ist es eine fehlende Entscheidung. Anfängliche Begeisterung und Tradition reichen nicht. Es braucht ein Durchhalten, das uns tiefer führt, und das muss immer wieder genährt werden von einer Grundsatzentscheidung und nachfolgenden kleineren Entscheidungen.
Und es wird nicht viel passieren, wenn der Glaube keine Priorität hat – erst Glaube, dann alles andere – dazu gehört auch die Familie. Wie sehr wir uns als Christen schon an falsche Prioritäten gewöhnt haben, zeigt das Weihnachtsfest, das viele als Fest der Familie bezeichnen würden – das ist es aber nicht.

Es ist das Fest, an dem die Gemeinde feiert, dass Gott Immanuel (Gott mit uns) geworden ist, ein Gott, der dem Menschen nahe sein will, und dieses Vorhaben kostet ihn alles. Und diese Nähe soll uns ermöglichen mit den Problemen des Lebens kompetent umgehen zu können, zu wachsen und nicht zu verzweifeln.

In der Gesellschaft, die ja viel auf Schein baut, werden wir uns auch immer ein Stück heimatlos fühlen. Ein Gefühl, das wir nicht so gerne haben. Aber Jesus erspart dem, der ihm nachfolgen will, nicht, dass er ein klares Bild von dem hat, was es zu tragen gilt. Und das Schöne am Glauben ist: es sieht am Anfang nicht unbedingt verlockend aus. Und doch ist es die beste Wahl, die wir treffen können und die sich in unserem Leben immer wieder konkret auszahlt.

Also: Scheuen wir uns nicht, Prioritäten neu zu setzen und wichtige Entscheidungen endlich mal zu treffen – es lohnt sich! Und dazu wünsche ich Zeit und Muße in den Ferien.

Kurat Diakon Michael Reitze, St. Petrus, Heilbronn

Impuls zum 12. Sonntag im Jahreskreis am 19.06.2022

Lk 9.18-24
Jesus fragt: „Wer bin ich?“ Jesus kündigt sein Leiden an, spricht über die Nachfolge

Liebe Christen,

in diesem Sonntagsevangelium werden sie gefragt, wer ist Jesus für Sie? Er kann  Gottes Sohn, Meister, Lehrer, Helfer, Heiler, Erlöser, Retter, Freund, König, Humanist oder einfach ein guter Mensch für Sie sein! Wer ist Jesus für Sie? Diese Frage sollten Sie für sich beantworten wenn Sie ihm folgen wollen zu einem glücklichen und erfüllten Leben. Ihn immer besser kennen, durch lesen der Bibel und Gebet = im Gespräch mit Ihm sein – hilft zu einer Aussage, wer er für Sie ist zu finden und zu treffen.

Wie selbstverständlich spricht Jesus von seinem Leiden und seinem Tod und das ist befreiend für uns, weil wir dies ja im Leben selbst und bei anderen erfahren. Die Reaktion von uns und anderen ist oft ähnlich wie bei Petrus, das darf nicht sein, und das verneint Jesus. Wir brauchen das Leid nicht suchen, es muss auch keines sein, außer der Tod ist sicher. Das Leid kommt von alleine wenn es kommt und hat seinen Sinn, der nicht immer verstanden werden muss. Aber das Leid muss angenommen werden um es auszuhalten und zu durchleben. Mit Jesus ist das möglich, so meine Erfahrung und vielen anderen, die ihn folgen.

Die Nachfolge Jesus wird verständlicher, wenn wir eine andere Übersetzung der Verse 23 und 24 lesen.

(23) Jeder, der gewillt ist, hinter mir herzukommen-er erkenne sich Selbst und trage mein Joch.              (Mit Gott sich selbst erkennen, sind Gottes Ebenbild)

(24) Jeder der sich selbst finden will-wird sich verlieren. Jeder, der sich selbst verlieren will-er wird sich finden.                                                                          (sich selbst finden, dreht sich um sich selbst, sich selbst verlieren zu wollen, kreist sich ums andere Ich = Gott, sind Gottes Ebenbild)

Diese Sonntagsbotschaft von Jesus ermöglicht ein freudiges und erfülltes Leben, das nicht ängstlich, schüchtern, selbst zweifelnd und wertlos erscheint. Selbst der Tod verliert seine Macht, denn er führt nicht ins Nichts, sondern heim zum Vater im Himmel, wie es Jesus uns gesagt hat. Das wusste Jesus und so konnte er freimütig über Leiden und Tod reden. Mit ihm können wir es auch. Ich wünsche es Ihnen von Herzen euer,

Regionalvikar Kurat Pfarrer Richard Brütting, Kuratie St. Thomas Morus

Impuls Sonntag, den 12.06.2022

 „Freunde“

Liebe Christen und Mitmenschen, die an Gott glauben,

Das Schlagwort „Freunde“ und das Bild von Jesus und meinen zwei Boxermädchen Rosi und Asta,

habe ich bewusst gewählt.

Wenn ich mir die Frage stelle, wie viele Freunde*innen habe ich, die alles für mich tun würden, wie meine zwei Hunde, dann muss ich leider sagen, nur eine Person, meine Frau und eine zweite Person, die schon lange verstorben ist, aber noch heute unter uns weilt, Jesus.

Ihr werdet euch fragen, wie kommt der Mann zu dieser Aussage und Meinung. Viele werden sagen,

ich habe doch mehr Freunde. Doch was steckt hinter dem Wort Freunde, Freundschaft.

Es wir oft verwechselt mit Kumpels, Kameraden usw.

Ich möchte das Wort Freund/Freundschaft mal durchleuchten und mal erläutern, was dahintersteckt.

Laut Duden ist ein Freund eine Person, die einer anderen Person, „in Freundschaft verbunden ist“. Freundschaft wiederrum ist demnach ein „auf gegenseitiger Zuneigung beruhendes Verhältnis von Menschen zueinander“

In Wikipedia heißt es: Freundschaft bezeichnet ein auf gegenseitiger Zuneigung beruhendes Verhältnis von Menschen zueinander, das sich durch Sympathie und Vertrauen auszeichnet. Eine in einer freundschaftlichen Beziehung stehende Person heißt Freund beziehungsweise Freundin. Freundschaften haben eine herausragende Bedeutung für Menschen und Gesellschaften.

Ich verstehe unter wahrer Freundschaft:

Bedingungsloses Vertrauen gegenseitig,

Ein Mensch, dem man sein Herz ausschütten kann, ohne dass es ein anderer erfährt,

Ein Mensch, der einem Hilft, wenn Hilfe benötigt wird,

Ein Mensch, der zu einem hält, wenn es Probleme gibt,

Ein Mensch, der einem Ratschläge gibt, aber nicht einfordert,

Ein Mensch, der einem in der Not beisteht, egal was passiert ist,

Ein Mensch, der in höchster Gefahr vielleicht sogar sein Leben für mich gibt.

Und das alles, ohne eine Gegenleistung zu erwarten!

Jetzt versteht Ihr auch meine Frage nach wahrer Freundschaft.

Wenn ich die Kriterien an einen Freund*in anwende, wird es schwierig zu sagen ich habe einen Freund*in.

Ausnahme ist meine Frau, die ich auch als Freundin bezeichnen kann und meine zwei Hunde, die fast alle Kriterien erfüllen, ohne etwas zu verlangen. Naja, Asta und Rosi bekommen ein bisschen Futter und Leckerlis….mit den Ratschlägen an mich hapert es noch.

So habe ich, meine Frau als besten Freund. Wen habt Ihr?

Aber eine Person erfüllt alle meine Voraussetzungen eines guten Freundes und sicherlich auch deine.

„Jesus“!

Er hat sogar sein Leben für mich geopfert, und ist immer bei mir, wenn ich Ihn brauche.

Wenn Ihr also einen zuverlässigen Freund sucht,

der mit euch durchs Leben geht,

euch nie verlässt oder enttäuscht,

der Immer für euch da ist, Tag und Nacht,

der dich nicht bevormundet oder gar belügt,

der für dich, sich ans Kreuz schlagen ließ, um das Leid der Welt auf sich zu nehmen,

der für dich, sein Leben gegeben hat, um die Sünden dieser Welt auf sich zu nehmen,

der Auferstanden ist von den Toten, um dir zu beweisen, dass der Tod nicht das Ende ist,

Der an deiner Seide steht, wenn du am jüngsten Tage, vor Gott-Vater Zeugnis deines Lebens abgibst.

MacheJesus“ zu deinem Freund.

Er wird dich nie enttäuschen.

Gesegneten Sonntag

 Kurat Diakon Roman Weimann, Kuratie St. Patrick

 
 

Gnadenlose Energie!

Pfingsten klingt so brav und gleichzeitig ist es das Fest der gnadenlosen Energie. Nichts kann diesen Geist, den uns Jesus hinterließ, stoppen. Keine Macht dieser Welt vermag diesen Geist zu unterdrücken, einzufangen, zu bändigen, zu dressieren, zu verbiegen oder gar zu vernichten.  

Dieser Geist ist das, was uns erfüllen will, durchdringen will, mitreißen, begeistern und faszinieren will.   

Dieser Geist ist göttlich, mächtig, stark, und … mitreißend.

Die Früchte dieses Geistes sind spürbar und erlebbar.

Du kennst diese Früchte, diese Eigenschaften, diese Wahnsinnszustand, wenn du erfüllt bist von diesem explosiven über natürlichen Geist:

Liebe, Langmut, Loyalität, Frieden, Fröhlichkeit, Freude, Sanftmut, Selbstdisziplin, Souveränität.

Was braucht es, um in diesem Geist dieses Leben zu gestalten, dieses Leben glücklich und erfüllt zu leben?

Es braucht Öffnung. Es braucht das offen sein für die beste Option dieses Lebens in dieser Welt, ob als Person, als Gemeinschaft oder als Völker zu leben.

Es braucht das offen sein für diesen Geist, der in der gesamten Materie, im gesamten Kosmos alles und auch dich erfüllen will!

Was musst du dafür tun?

Nichts!

Du musst aufhören selbst zu tun, zu wollen um mit deiner kleinen Denke, Dinge kontrollieren zu wollen!

Also wie kann es gelingen in diesem starken Geist lebendig dein Leben zu gestalten?

  • lasse altes Denken los und entspanne dich
  • Gehe in die Meditation, in der Natur in die Entspannung
  • Werde ruhig und lausche
  • Lausche dem vermeintlichen Nichts der Stille im Wald, des Berges, der See ist oder der Wüste
  • Werde ganz leer
  • Dann lass dich erfüllen von Dankbarkeit, Achtsamkeit, Liebe, Lebensfreude und den Blick für die wunderbaren kleinen Dinge in deinem Leben

Ich wünsche dir heute ganz persönlich, dass du dich wieder öffnest für diese Möglichkeiten eines wunderbaren Lebens, kreativ zu sein, schöpferisch und in dieses Dunkel dieser Welt das Licht des Heiligen Geistes durch dich scheinen lässt.

Ich wünsche dir, dass du diese Wahnsinnsenergie, diese Kraft und diese Begeisterung transformierst in jede praktische Handlung deines Lebens.

So dass du eine Kämpferin ein Kämpfer des Lichts, der Kraft und des Glaubens wirst. Ein Mensch, der sich nicht mit dem Dunkel, dem Bösen, der Gewalt in dieser Welt abgibt. Ein Mensch, der den Unterschied machen will und sich dafür ganz hingibt!

Ein begeistertes Pfingsten für dich und für alle Menschen, mit denen du unterwegs bist!

Lass dein Feuer brennen!

+Erzbischof Thomas Doell    

Impuls zum siebten Sonntag der Osterzeit am 29.05.2022

Joh 17.20-26 

Damit die Liebe, mit der du mich geliebt hast, in ihnen ist.

Liebe Christen,

Welch eine wunderbare Aussage von Jesus zu uns, damit wir nicht vergessen, dass Gottes Liebe in uns ist. Gottes Liebe zu uns wird durch die Schöpfung und durch seinen Sohn sichtbar.

An Gott zu glauben, heißt also, an die Liebe zu glauben. Und an die Liebe zu glauben, heißt, an Gott zu Glauben.

Diesen Gott nennt Jesus „Abba“ also Vater. Dies zeigt die Vertrautheit von Jesus zu Gott. Eigentlich ist die Bedeutung von „Abba“ noch vertrauter wie im deutschen liebevollen Wort „Papa“. Er traut Gott nur Gutes zu. Wie ein kleines Kind seinem Papa. (Im deutschem sind sogar die Begriffe „Gott“ und „Gut“ miteinander verwandt.)

Das Wollen und der Wille Gottes ist das Wohl der Menschen, so wie er es durch Wasser und fruchtbare Erde gibt, was wir zum Leben brauchen. Wir haben doch alles im Überfluss, so dass wir in Europa sogar fast 40% der Lebensmittel wegschmeißen können!

Diese Liebe und Herrlichkeit Gottes hat Jesus verkündet und uns vorgelebt. Sein Handeln ließ die Menschen vor 2000 Jahren „außer sich“ sein. Er war und ist einzigartig und viele sahen und sehen in ihm nicht nur „Gottes Sohn“ sondern auch als „Meister“ „Lehrer“ „Helfer“ „Heiler“ „Erlöser“ und „Retter“. Die Theologin Dorothea Sölle, sagt von Jesus, er sei der glücklichste Mensch, der je gelebt hat.

Er, Jesus sei nicht gekommen, um zu „richten“, sondern um uns zu „retten“, und überlässt es Gott „Abba“ uns vor das Gericht zu stellen. Dieses Gericht will uns nicht hinrichten, sondern aufrichten zur Wahrheit und Wahrhaftigkeit in Güte, die uns versteht.

Er kam nicht auf die Erde, um „bedient“ zu werden, sondern „ich kam auf die Erde, um zu dienen“. Er „bietet“ an und „verbietet“ nicht!

Liebe Mitchristen, lasst uns diese Liebe und Herrlichkeit Gottes begreifen und wie Nelson Mandela erkennen:

„Du bist Kind Gottes. Wenn du dich dabei klein machst, hilfst du der Welt nicht. Wir sind geboren, die Herrlichkeit Gottes zu offenbaren, die in uns ist. Sie ist nicht nur in einigen von uns, sie ist in uns allen. So wie wir befreit sind von unserer eigenen Angst, so befreit unser Dasein, wie von selbst andere.“  

Regionalvikar: Kurat Pfarrer Richard Brütting,  Kuratie St. Thomas Morus

Impuls zum 6. Ostersonntag: Die Abschiedsrede Jesu vor seinen Jüngern​

Joh 14, 23-29

Gottesliebe und Frieden

Das älteste Buch der Welt und zugleich das aktuellste Buch der Welt, oder.

Die Bibel wird immer so abgetan, als habe sie keine Bedeutung mehr. Da bekommt man Sätze zu hören wie zum Beispiel: „Ich kann damit nichts mehr anfangen!“ oder „Ich verstehe nicht, was da drin steht!“

„Alles nur leeres Gerede!“

Würden wir uns tatsächlich einmal mit diesen Worten auseinandersetzen, dann würden wir schnell begreifen, wie aktuell diese Worte, diese Sätze sind. Und es sind keine leeren Versprechungen, sondern Worte voller Visionen, Inspirationen und Weisheiten.

Jesus kündigt seinen Abschied an. Seine Jünger verstehen das alles nicht, weil es ihnen gleich ergeht, wie es uns heute geschieht.

Bisher war ihr Jesus greifbar, sichtbar, erlebbar. Jesus tat Wunder und hat den Menschen geholfen, sogar beim Fische fangen. Das würden sich heutzutage manche Fischer auch wünschen oder mal eben kurz einen Toten auferwecken oder kurz einmal Frieden stiften…

Aber wir haben keinen greifbaren Jesus, keinen Jesus, der uns schnell einmal aus einer prekären Situation hilft.

Wir können unseren Glauben nur durch unsere Glaubenskraft leben und in die Welt hinaus tragen. Jeder von uns allen hat seine eigene Vorstellung von Gott und wie er uns helfen kann.

Und dann ist es auch völlig gleich, ob es ein alter Mann mit weißem Bart ist oder der arme Bettler am Straßenrand.

Und dann ist es auch völlig gleich, ob ein gläubiger Christ seinen Gott in einer Kathedrale oder auf einem  kleinen Bauernhof findet.

Und dann ist es auch völlig gleich, ob man Gott im Christentum, Judentum, im Hinduismus oder bei den Muslimen findet.

Wichtig ist doch nur eines: Dass man an den ungreifbaren, unvorstellbaren Gott glaubt. Eine Kraft, die wir Menschen überhaupt nicht beschreiben und erklären können. Für Gott gibt es keine definierbare Formel! Die gesamte Menschheit, die ganze Welt ist nur ein kleines Senfkorn im Universum.

Und Jesus sagt es uns heute wieder ganz direkt:

„Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch!“

 (Joh 14, 27).

Menschheit, wach auf. Die Schöpfung hat uns den Frieden bereits geschenkt, WIR müssen dieses Geschenk nur noch weiterleben und weiter verschenken.

Auch wenn unser Jesus nicht greifbar ist; der Friede wurde uns geschenkt, was also soll uns daran hindern dieses Geschenk weiterzureichen und in die Welt hinauszutragen….

Würde jeder Mensch dieses Geschenk in seinem Herzen dankbar annehmen, dann gäbe es alle diese Konflikte nicht.

Jetzt kann man natürlich sagen: „Du hast ja leicht reden, du lebst abgesichert in einer friedlichen Welt!“

Ja, das stimmt. Aber man kann überall, auf der ganzen Welt, täglich erfahren, wie das kleine Geschenk „Frieden“ im Kleinen weiter verschenkt wird. Ganz gleich, ob es ein Mensch alleine verschenkt oder zehn Milliarden Menschen.

Frieden stiften, Frieden verschenken, Frieden leben, das sind die Attribute, die Jesus uns mit auf den Weg geben möchte.

In Demut der Schöpfung und den Menschen begegnen!

Ein Gebet von Sr. Mary Grace Sawe:

Gott, wir sehnen uns danach,
Gütiger miteinander in Frieden zu leben.

Wenn Egoismus und Ungerechtigkeit
überhandnehmen,
wenn Gewalt zwischen Menschen ausbricht,
wenn Versöhnung nicht möglich erscheint,
bist du es, der uns Hoffnung auf Frieden schenkt.

Wenn Unterschiede in Sprache,
Kultur oder Glauben uns vergessen lassen,
dass wir deine Geschöpfe sind und
dass du uns die Schöpfung als gemeinsame
Heimat anvertraut hast,
bist du es, der uns Hoffnung auf Frieden schenkt.
Wenn Menschen gegen Menschen
ausgespielt werden,
wenn Macht ausgenutzt wird,
um andere auszubeuten,
wenn Tatsachen verdreht werden,
um andere zu täuschen, bist du es,
der uns Hoffnung auf Frieden schenkt.

Lehre uns, gerecht und fürsorglich
miteinander umzugehen und der
Korruption zu widerstehen.

Schenke uns mutige Frauen und Männer,
die die Wunden heilen, die Hass und Gewalt
an Leib und Seele hinterlassen.

Lass uns die richtigen Worte, Gesten und
Mittel finden, um den Frieden zu fördern.

In welcher Sprache wir dich auch als
„Fürst des Friedens“ bekennen,
lass unsere Stimmen laut vernehmbar sein
gegen Gewalt und gegen Unrecht.

Amen.

Mit diesen Gedanken möchte ich euch in die kommende Woche schicken und wünsche jedem Einzelnen begeisternde und erfüllende Momente.

Euer

Diakon Johannes Hilser, Kurat St. Franziskus

Diakon Tobias auf dem Weg zur Seelsorge an Studenten​

Am Sontag, den 15.05.2022 hat Diakon Tobias einen Impuls Gottesdienst in einer Studenten Verbindung gehalten. Begleitet von Regionalvikar Michael Reitze wurden wir zu diesem Wortgottesdienst von den Studenten der SBV Hercynia um 10.00 Uhr mit Freuden empfangen. Tobias hielt den Impuls zum Evangelium diesen Sonntags, Michael stellte Tobias als Kurat von Sankt Wendelin vorund die Aufgaben des Christ-Katholischen – Missionsbistum.

Diakon Tobias eines seiner Schwerpunkte in seiner Kuratie Seelsorge bei Studenten. Wir vom Regionalvikariat wünschen Tobias Gottes Segen für diese Aufgabe.

Sonntag, den 15.05.2022

Johannes 31 – 35

Als er nun hinausgegangen war, spricht Jesus: Jetzt ist der Sohn des Menschen verherrlicht, und Gott ist verherrlicht in ihm.

Wenn Gott verherrlicht ist in ihm, so wird auch Gott ihn verherrlichen in sich selbst, und alsbald wird er ihn verherrlichen.

Kinder, noch eine kleine Weile bin ich bei euch; ihr werdet mich suchen, und wie ich den Juden sagte: Wo ich hingehe, könnt ihr nicht hinkommen, so sage ich jetzt auch euch.

Ein neues Gebot gebe ich euch, daß ihr einander liebet, auf daß, gleichwie ich euch geliebt habe, auch ihr einander liebet.

Daran werden alle erkennen, daß ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.

Was verherrlicht mich meine Geschwister euch, zu diesem Vers Johannes 13, 31 – 33a.34 – 35 etwas zu sagen?

Verherrlicht sein ist eine Zustandsbeschreibung, die wohl selten einer von uns Menschen erlebt. Also, um mich zurückzunehmen ich auch nicht.

Vielleicht stellt sich ein herrlicher Moment ein bei einem herrlichen Bier? Aber dann nicht nur in der Mäßigkeit, sondern auch mit zu viel Herrlichkeit, kommt der Kater und frisst euch auf. Wer kennt’s?
Wie ist es also für einen Menschen etwas zu erreichen, wenn das Herrliche andauern soll?
Nehmen wir den Wein, vielleicht taugt er besser zu meiner Veranschaulichung.
Ein Wein taugt viel und mit der Intensität der Gaumenfreude entfaltet er seine Kraft.
Könnte also sein, dass der Wein uns das bildliche X, die Herrlichkeit Gottes mehr erschließt?

IN der Schrift im Johannes 13 – 15,8 spricht Jesus viel über die Beziehung von ihm zum Vater. Um in Bier.- und Wein Sprache zu bleiben, er trinkt sich sozusagen Mut an. Denn das, was jetzt
kommt, ist die absolute Antwort: „Liebt einander, wie ich euch geliebt habe.“ Die Jünger sind wohl sehr angetan. Denn sie lassen Jesus lange reden. Er gibt viel zu erkennen und durchschauen, wohin er geht, aber gleichzeitig durch seinen größeren Beistand bei seinen bleibt, die ihn lieben.
Um das bildliche X den Wein zu erschließen, sagt Jesus in 15, 8 etwas sehr Bedeutendes: „Mein Vater wird verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und meine Jünger werdet.“

Es geht darum, gut zu reifen. Wie ein guter Wein es eben tut. Die Jünger wissen noch nichts von der Himmelfahrt, die uns naht, dass der Heilige Geist auf sie herabkommt, aber sie erleben, dass Jesus Worte eben keine Container Begriffe sind, wo alles rein gehört: „Gott, Licht, Liebe, Leben“, dass das Johannes Evangelium so anschaulich macht.

Sondern es geht um das Werk des Glaubens. Was ist also das Werk des Glauben? Jesus durchbricht damit die Starrheit unserer begrifflichen Eingenommenheit zur ultimativen Antwort.

Es ist die Liebe. Jesus fragt nach dir, um sich selbst in der Liebe zu erkennen. Die Erinnerung Gottes wird in jedem Moment erneut erzeugt, wo Jesus der Liebe gegenüber uns Menschen gewahr wird.

Es ist Liebe, wenn sich Menschen ein neues Auto kaufen, als Quelle ihrer Freiheit auf Gott hin Erschaffene.

Es ist keine Liebe in Menschen, wenn sie zerstörerisch nach außen wirkt und nach innen Frieden, Freude, Eierkuchen vorgaukeln. 
Folglich ist die Liebe Jesus gerade hier nahe am nächsten, wenn sie nach außen drängt.

Es soll eine Liebe sein, die von gemeinsamen Erlebnissen vertraulich zeugt.

So wie die Jünger nicht bedrückt am Tisch sitzen, sondern voller Neugierde, was wird Jesus sagen. So seid ihr jetzt voller Aufbruchstimmung nach einer guten Stunde in einer Runde oder sogar mehren Tagen.

Deshalb lass uns, die wir das Freundschaftsprinzip in unserem Namen tragen, in dieser Woche Liebe praktizieren. Und nicht nur verliebt sein. Lass uns liebevoll einen Freund anrufen. Liebevoll sich um jemand kümmern, liebevoll uns gegenseitig zu prosten.

Amen.

Diakon Tobias Fank 

Jedes Kind braucht einen Engel

Markus 10,13–16 

Jedes Kind braucht einen Engel, der es schützt und der es hält. Jedes Kind braucht einen Engel, der es auffängt, wenn es fällt.

« Dies sagt ein Kinderlied von Klaus Hoffmann – und es hat Recht.

Jedes Kind braucht einen Engel. Was ein Engel ist, hat der heilige Augustinus gut auf den Punkt gebracht. Er schreibt:

»Engel ist keine Bezeichnung für ein Wesen, sondern für eine Aufgabe.« Engel sind also nicht die geflügelten Wesen, sondern Engel verstecken sich in unterschiedlichsten Wesen, wenn diese die Aufgabe eines Engels erfüllen.

Was die Aufgabe eines Engels ist, beschreiben die Flügel allerdings sehr gut: Ein bisschen Himmel auf die Erde bringen – das Gute also, das bei Gott ist und von Gott kommt, zu den Menschen tragen.

Dazu verstecken sich Engel bevorzugt in Menschen – in Menschen, die anderen Gutes tun.

Ihr, liebe Eltern, und Ihr, liebe Paten; Ihr, liebe Großeltern, Verwandten und Freunde seid solche Engel für euren Levian.

Ihr bringt den Himmel zu ihm auf die Erde, indem Ihr ihm gebt, was er braucht, um leben und sich entwickeln zu können.

Euer Herzensanliegen ist es, Levian gut zu tun.

Und doch gibt es so manches, was wir Menschen trotz aller Fürsorge nicht in der Hand haben: Wir wissen nicht, was morgen sein wird, ganz zu schweigen von dem, was in fünf, zehn oder zwanzig Jahren sein wird.

Gesundheit oder Krankheit, Erfolg oder Scheitern … Unseren Beitrag können wir dazu leisten, dass das Leben sich positiv entwickelt, doch vieles können wir beim besten Willen nicht beeinflussen.

Dies gilt auch im Blick auf Levian.

Da tut es gut zu wissen: Gott schaut auf Levian.

Er segnet ihn, wie Jesus die Kinder im Evangelium gesegnet hat. Die Geste des Handauflegens symbolisiert den Schutz. Jesus beschützt also die Kinder – Menschen, die auf Hilfe und Schutz angewiesen sind, haben bei ihm immer den ersten Platz bekommen.

Was bedeutet der Segen, der Schutz genauer? Er bedeutet nicht, dass von jetzt an für Levian alles in Butter ist und alles glatt läuft.

Auch mit Gott an seiner Seite wird Levian. so manche Schwierigkeit im Leben antreffen. Segen und Schutz bedeuten: Gott schickt Levian viel Gutes.

Schon sein Leben ist ein Geschenk aus Gottes Hand, weiter seine Gesundheit, liebe Menschen um ihn herum, seine Begabungen, die er entdecken wird, und vieles andere mehr. Über all dieses Gute darf Levian sich einmal freuen, und so wird er ein dankbarer und zufriedener Mensch werden.

In Schwierigkeiten zaubert Gott für Levian nicht einfach alle Probleme weg, aber er hilft ihm, sich ihnen zu stellen, sie anzupacken und vielleicht sogar zu meistern.

Mit Gottes Segen wird Levian spüren: Ich bin nie allein, auch dann nicht, wenn dunkle Seiten im Leben aufziehen. Gott lässt mich nicht zugrunde gehen, weil ich sein geliebtes Kind bin. Von Gott kommt die Kraft, die ich brauche, um weiterzugehen, bis im Leben dann auch wieder die Sonne scheint.

Liebe Eltern und liebe Paten, Ihr seid religiöse Menschen und Ihr vertraut auf den Schutz und Segen Gottes. An Eurem Vorbild wird Levian das Gleiche lernen:

Gottvertrauen, die beste Voraussetzung, dass sein Leben gelingt, gut ist und immer wieder gut wird. Jetzt in der Taufe wird uns bewusst: Levian ist Gottes geliebtes Kind, und Gott kümmert sich ganz persönlich um ihn.

Jedes Kind braucht einen Engel: Engel wollt Ihr für Levian sein und ihm das Beste geben, das Ihr geben könnt.

Das ist gut – und es ist auch gut zu wissen: Wenn unsere menschlichen Mittel erschöpft sind, ist Gottes Einfluss noch lange nicht zu Ende. Gott segnet Levian und schützt ihn. Diesen kleinen Bronze-Schutzengel schenke ich Euch, liebe Eltern, Bianca und

Stephan, für Levian. Ich wünsche Euch damit viel Freude an eurem

Kind, indem ihr seinen Weg begleitet.

Seid Engel für ihn – um alles andere kümmert sich Gott.

Diakon Michael Reitze

Sonntag, den 08.05.2022

Lutherbibel 2017

Gott allein die Ehre! 1 Nicht uns, HERR, nicht uns, / sondern deinem Namen gib Ehre um deiner Gnade und Treue willen! 2 Warum sollen die Heiden sagen: Wo ist denn ihr Gott? 3 Unser Gott ist im Himmel; er kann schaffen, was er will. 4 Ihre Götzen aber sind Silber und Gold, von Menschenhänden gemacht. 5 Sie haben einen Mund und reden nicht, sie haben Augen und sehen nicht, 6 sie haben Ohren und hören nicht, sie haben Nasen und riechen nicht, 7 sie haben Hände und greifen nicht, / Füße haben sie und gehen nicht, und kein Laut kommt aus ihrer Kehle. 8 Die solche Götzen machen, werden ihnen gleich, alle, die auf sie vertrauen. 9 Aber Israel hoffe auf den HERRN! Er ist ihre Hilfe und Schild. 10 Das Haus Aaron hoffe auf den HERRN! Er ist ihre Hilfe und Schild. 11 Die ihr den HERRN fürchtet, hoffet auf den HERRN! Er ist ihre Hilfe und Schild. 12 Der HERR denkt an uns und segnet uns; er segnet das Haus Israel, er segnet das Haus Aaron. 13 Er segnet, die den HERRN fürchten, die Kleinen und die Großen. 14 Der HERR mehre euch, euch und eure Kinder. 15 Ihr seid die Gesegneten des HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat. 16 Der Himmel ist der Himmel des HERRN; aber die Erde hat er den Menschenkindern gegeben. 17 Nicht die Toten loben den HERRN, keiner, der hinunterfährt in die Stille; 18 wir aber, wir loben den HERRN von nun an bis in Ewigkeit. Halleluja!

Ich frage provokant: Gott als übermächtige KI? Was sind deine Götzen unserer heutigen Zeit? Wer kennt den Griff zum Handy, gleich nach dem er aufsteht? Was macht es mit uns, wenn wir uns selber immer in Konkurrenz sehen?

Die Rede vom Psalmisten im Ps. 115 steigt mit der Aussage ein: „Gott allein die Ehre! Nicht uns, Herr, nicht uns, sondern dein Namen gib Ehre um deiner Treue und Gnade willen.

Was hindert uns also Gott heute nicht als den von Gestern sondern für immer da Seienden zu betrachten? Im Psalm 115 stellt der Redaktor ihre Götzen und unseren Gott nebeneinander. גים hat anstatt עם die Bedeutung, dass es die Heidenvölker meint und nicht das bestimmte Staatsvolk. Es folgt ein indirekter Fragesatz von den Gottlosen: Wo ist denn ihr Gott?

Die Gegensätze werden ausgedrückt der machtvollen Taten Gottes, der alles gemacht hat und der Götzen aus Menschenhand der Völker. Sie können nichts schaffen, sich selbst haben sie nicht erschaffen. Besonders der Tun-Ergehens-Zusammenhang der ein wichtiger Sitz im Leben in der Weisheitsliteratur, wie es Vers 5 verdeutlicht. Die Götzen haben Münder und sie reden nicht, Sie haben Augen und sehen doch nicht. Die Götzen werden angesprochen als wären Sie eine Wirklichkeit der es sich zu stellen gilt. In V. 8 wird durch den unpersönlichen Ausdruck ׅי ְהיו in Rechnung gestellt, dass alle die auf die Götzen vertrauen ihnen gleich werden.

Gott zu einem Ding zu machen geht einfach. Wird durch Forschung der Neurologie und werdenden Technologien wie Neurolinks, das neue Projekt von Tesla, in der ein Chip in den Kopf eingepflanzt werden soll, für uns einfacher Gott sich als Übermächtige KI vorzustellen? Trifft es dann zu, dass Gott einen Mund hat, der nicht redet, Ohren hat und nicht hört. Kann dann Gott in unserem Kopf sitzen und wir ihn steuern?

Mit solchen fast häretisch anlautenden Gedanken, muss Gebrochen werden. Denn ein Ding hat keine Eigenschaften, Attribute, die ihm inhärent sind. Die Modalitäten sind beiläufig. Es ist immer gleichbleibend da, unscheinbar, seiner Mächtigkeit beraubt. Den Umständen Macht über unser Leben zu geben, ist ebenfalls so eine Götze. DER Herr wird es wohl richten. DER Gott wird es schon gut mit uns meinen. Doch der HERR macht uns unbedingt betroffen. Es ist das EINE, was uns unbedingt angeht, um es in den Worten von Paul Tillich zu sagen. Hier jenseits der Sprachlichen Begriffe wird Gott unhörbar, hörbar, trotz seiner Unsichtbarkeit, Schaubar, das Uneigentliche, wird Eigentlich.

Die Hoffnung aber lässt nicht zu Schande werden, heißt es im Römer 5:5. Denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unser Herz durch den heiligen Geist, welcher uns gegeben ist.. So wie die alten Völker, die Heiligen Haine, der heilige Ort, eine Mazzebe verehrten und hofften, dass Gott sich ihnen offenbart, hofft das Volk Israel auf den Herrn.

Doch unser Herr steht im V. 9, ist dem Volk Israel Hilfe und Schild. Hier wird die Heilzusage an Israel gemacht, trotz der Gefahr der Dämonisierung in der unserer Glaubensvorstellung steht. Das Volk Israel war oftmals untreu. Gott bleibt dem Volk Hilfe und Schutz, weil wir die Gesegneten des Herrn sind, wie es in V. 15 heißt. Die Verzweiflung findet im Glauben seine Erlösung.

Das Volk Israel zog aus Ägypten und aus dem Herrschaftsbereich des Pharao. Diese Feier am Passah – Fest leitet die Vergegenwärtigung ein, die dem Haus Israel erneut versprochen ist. Deshalb folgt nach dem Tun-Ergeh-Zusammenhang der Hoffnung, das Ergehen, schlussendlich die Segnung. Nach der Segnung folgt die Mehrung unserer Nachkommen, wie in V. 14 die Präposition ,dreimal aufeinander anzeigt. DIE Personengruppe die durch die 2. Person Plural, euch עלangesprochen wird, findet seine Entsprechung in V.2. Das Volk muss seinen Gott nicht suchen und sich nicht vor den Gottlosen rechtfertigen. Es ist ihr Gott der als Wolken und Feuersäule das Volk trockenes Fußes durch das Rote Meer marschieren lässt

Es ist das Versprechen Gottes nach Ägypten auch in Babylon sein Haus wieder heim zu führen in das Land, wo Milch und Honig fließt. Er ist uns Schutz und Schild verdeutlicht dieses Versprechen. Darum zieht die ganze Waffenrüstung Gottes an, den Schild des Heils, kennen wir aus Epheser 6. Es ist der Gott der Persönlich wird, der Herr als Ansprechpartner auf einer Art uns vertraut ist aber

ebenso zu fürchten gilt, wie es durch ׅי ְר ֵאי in v. 13 angezeigt wird.

Im V. 17 wird rückbezogen auf den V.3. Das Adverb כל was dreimal an Schlüsselstellen des Psalms 115 vorkommt, lässt keinen Zweifel übrig. Alles was herunterfährt in die Stille, wird nicht den Herrn loben. So wie Götzenanbeter sich selbst loben, werden die Toten nicht in den Lobpreis einstimmen.

Das Hallel wurde in der spättestamentlichen Zeit bei der häuslichen Feier des Pessachmahls gesungen. Als lyrischer Sprecher ist die Gemeinde zu denken, die sich der Wirkmächtigkeit des Exodus vergewissert.

So stimmen wir als Gemeinde auf die Heilzusage ein, dass die Heidenvölker es hören. Wir aber loben den Herrn heute, jetzt und in Ewigkeit: Hallelulja, Lobt den Herrn.

Tobias Fank